Michael F.X. Felber
Die Mitte | 01.23
Sozialstaat, Familie & Gesundheit
Förderung gemeinnütziger Wohnungsbau
Soll die Stadt Zug den gemeinnützigen Wohnungsbau stärker unterstützen (z. B. finanzielle Unterstützung von Wohnbaugenossenschaften, Zurverfügungstellung von Bauland)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Einsatz von Sozialdetektiv/-innen
Soll die Stadt bei Verdacht auf Sozialhilfemissbrauch vermehrt Sozialdetektiv/-innen einsetzen?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Missbrauch untergräbt die Solidarität und muss konsequent verfolgt werden – dafür braucht es aber keinen Ausbau der Observation. Die Sozialdienste verfügen bereits über Kontroll- und Abklärungsinstrumente, und die Missbrauchsquote liegt erfahrungsgemäss im tiefen einstelligen Prozentbereich. Detektive lohnen sich nur in wenigen Einzelfällen, belasten aber alle Bezügerinnen und Bezüger mit einem Generalverdacht. Wirksamer sind gute Fallführung und ausreichend dotierte Sozialdienste.
Förderung alters- und behindertengerechten Wohnens
Soll sich die Stadt stärker für die Förderung des alters- und behindertengerechten Wohnens einsetzen (z. B. Gutschriften für selbstbestimmtes Wohnen im Alter, Vergabe vergünstigter Umbaukredite)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Selbstbestimmtes Wohnen im Alter ist nicht nur ein Bedürfnis der Betroffenen, sondern auch finanzpolitisch klug: Jeder Monat, den jemand mit guter Infrastruktur zu Hause bleiben kann, entlastet Pflegeheime und öffentliche Kassen. Hindernisfreies Bauen ist beim Neubau kaum ein Kostenfaktor, im Bestand aber oft an fehlenden Mitteln gescheitert. Umbaukredite, Beratung und klare Vorgaben bei städtischen Arealentwicklungen setzen hier mit wenig Aufwand viel in Bewegung.
Förderung Kinderbetreuung
Soll die Stadt die familienergänzende Kinderbetreuung verstärkt fördern (z. B. Ausbau von Kita-Plätzen, längere Öffnungszeiten der Tagesschulen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Familienergänzende Betreuung ist Familien- und Wirtschaftspolitik zugleich: Sie ermöglicht Eltern die Erwerbstätigkeit, hält Fachkräfte im Arbeitsmarkt und trägt sich über höhere Steuereinnahmen weitgehend selbst. Entscheidend sind Verlässlichkeit und Bezahlbarkeit – Randzeiten, Ferienbetreuung und eine Tarifstruktur, die auch den Mittelstand entlastet. Wichtig ist dabei die Wahlfreiheit: Wer die Betreuung selbst organisiert, soll nicht schlechter gestellt sein.
Reduzierte Ausgaben im Sozialbereich
Sollen die freiwilligen Ausgaben im Sozialbereich reduziert werden (u.a. Jugend- und Familienberatung, Angebote zur sozialen Integration)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Diese Angebote sind Vorsorge, nicht Luxus. Eine Familienberatung, die früh eingreift, verhindert Fälle, die später Sozialhilfe, Beistandschaften oder Fremdplatzierungen auslösen – das ist menschlich wie finanziell die bessere Rechnung. Die Beträge sind im Vergleich zum Gesamthaushalt gering, die Wirkung ist gross. Bei soliden Stadtfinanzen wäre es kurzsichtig, ausgerechnet dort zu kürzen, wo Prävention stattfindet.
Schule & Bildung
Mehr Ressourcen für Schulen
Sollen die städtischen Schulen mehr personelle Ressourcen erhalten (z. B. Klassenassistenzen, Heilpädagog/-innen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Die Anforderungen an die Volksschule sind in den letzten Jahren massiv gestiegen – Integration, Mehrsprachigkeit, Verhaltensauffälligkeiten, Elternarbeit. Ohne ausreichend Heilpädagogik und Klassenassistenzen lässt sich das nicht bewältigen; die Folge sind überlastete Lehrpersonen und Abgänge aus dem Beruf, die uns teuer zu stehen kommen. Gut ausgestattete Klassen sind die Voraussetzung dafür, dass alle Kinder gefördert werden – die starken wie die schwachen.
Separativer Unterricht
Befürworten Sie eine Wiedereinführung von separativ geführten Förderklassen für Kinder mit speziellen Bedürfnissen oder Verhaltensauffälligkeiten an der Volksschule?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Die integrative Schule ist richtig, stösst aber an Grenzen. Lehrpersonen berichten von Klassen, in denen einzelne Kinder so viel Aufmerksamkeit binden, dass alle darunter leiden – die betroffenen Kinder eingeschlossen. Kleine Förderklassen als Ergänzung, zeitlich befristet und mit dem Ziel der Rückkehr in die Regelklasse, sind kein Rückschritt, sondern eine ehrliche Korrektur. Entscheidend bleibt die Durchlässigkeit.
Gleiche Bildungschancen
Soll sich die Stadt stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z. B. mit Förderunterrichtgutscheinen für Schüler/-innen aus Familien mit geringem Einkommen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Bildungschancen dürfen nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängen. In Zug leisten sich viele Familien private Nachhilfe – wer das nicht kann, fällt bei den Übertritten zurück. Gezielte Unterstützung für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen ist deshalb richtig. Vorrang hat aber die Förderung in der Schule selbst: Aufgabenhilfe, Frühförderung und Sprachunterstützung erreichen mehr Kinder verlässlicher als Gutscheine für externe Angebote.
Obligatorische Frühförderung
Soll die Stadt für fremdsprachige Kinder eine obligatorische Frühförderung einführen (z. B. obligatorischer, von der Stadt finanzierter Spielgruppenbesuch für ein Jahr)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Wer beim Kindergarteneintritt kein Deutsch versteht, startet mit einem Rückstand, der sich später kaum mehr aufholen lässt – das kostet die Kinder Chancen und die Schule enorme Ressourcen. Ein Jahr Spielgruppe mit Sprachförderung ist die wirksamste und günstigste Investition einer Stadt. Anknüpfen soll die Pflicht am tatsächlichen Sprachstand, nicht an der Herkunft – erhoben mit einer Standortbestimmung vor dem Eintritt. Die Stadt trägt die Kosten und stellt genügend Plätze bereit.
Migration & Integration
Aufnahme Geflüchteter
Soll sich die Stadt dafür einsetzen, dass mehr Geflüchtete aus Lagern direkt vor Ort (z. B. Griechenland) in die Schweiz aufgenommen werden (sogenannte Resettlement-Flüchtlinge)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Resettlement ist der geordnete Weg: Die Auswahl erfolgt über das UNHCR, die Sicherheitsprüfung findet vor der Einreise statt, und die Aufnahme erfolgt in festen Kontingenten. Das entspricht der humanitären Tradition der Schweiz und entzieht gleichzeitig dem Schlepperwesen die Grundlage. Für die Stadt Zug ist entscheidend, dass die Aufnahme planbar bleibt und die Integrationskapazität — Wohnraum, Schulen, Sprachförderung — mitwächst.
Kündigung Bilaterale Verträge
Soll die Schweiz die Bilateralen Verträge mit der EU kündigen und ein Freihandelsabkommen ohne Personenfreizügigkeit anstreben?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Die Bilateralen sind die wirtschaftliche Grundlage der Schweiz und für Zug besonders zentral: Binnenmarktzugang und Fachkräfte. Eine Kündigung würde über die Guillotine-Klausel das ganze Paket zu Fall bringen. Marktzugang ohne Personenfreizügigkeit ist zudem nicht verhandelbar – die EU hat das mehrfach klargestellt. Berechtigte Sorgen zur Zuwanderung beantwortet man mit Lohnschutz und vorausschauender Wohn- und Raumpolitik, nicht mit einem Bruch.
Stimmrecht für Ausländer/-innen
Sollen Ausländer/-innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene erhalten?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Auf Gemeindeebene geht es um Schule, Verkehr, Quartier und Steuern – also um den unmittelbaren Alltag. Wer seit zehn Jahren hier lebt, Steuern zahlt und mitträgt, soll darüber mitentscheiden können. Mehrere Kantone kennen dieses Recht seit Jahrzehnten ohne negative Folgen; im Gegenteil, es fördert Beteiligung und Integration. Nationale Fragen bleiben davon unberührt.
Verschärfung Einbürgerung
Sollen die Anforderungen für Einbürgerungen erhöht werden (z. B. sprachliche Anforderungen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Die Anforderungen wurden mit dem revidierten Bürgerrechtsgesetz 2018 bereits deutlich verschärft: Niederlassungsbewilligung C, zehn Jahre Aufenthalt, nachgewiesene Sprachkompetenz, wirtschaftliche Unabhängigkeit. Das ist ein hoher, aber fairer Massstab. Eine weitere Erhöhung würde vor allem gut integrierte Personen treffen, die wir als Mitbürgerinnen und Mitbürger gewinnen wollen. Wichtiger als
Gesellschaft, Kultur & Ethik
Kürzung Kulturförderung
Soll die Stadt die finanziellen Mittel für die Kulturförderung kürzen?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Kultur ist keine Restgrösse, sondern Teil dessen, was eine Stadt lebenswert macht – für Einheimische wie für Zugezogene. Die Zuger Stadtfinanzen sind solide; Kürzungen bei einem Budgetposten dieser Grössenordnung bringen finanzpolitisch wenig, treffen aber Vereine und freie Szene hart. Richtig ist stattdessen, die Mittel gezielt und wirkungsorientiert einzusetzen und regelmässig zu überprüfen, ob sie dort ankommen, wo sie Breitenwirkung entfalten.
Unterstützung Jugendkulturangebote
Soll die Stadt Jugendkulturangebote weiterhin finanziell unterstützen (z. B. industrie45, Jam On Radio und Galvanik)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Jugendkultur ist keine Nische, sondern der Nachwuchs für das gesamte Kulturleben – und für viele Jugendliche der erste Ort, an dem sie selbst etwas auf die Beine stellen. Die Galvanik, die i45 und Jam On Radio leisten das mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln und viel Freiwilligenarbeit. Solche Angebote wegzusparen wäre kurzsichtig: Sie schaffen Freiräume, die eine Stadt sonst teuer und weniger glaubwürdig selbst herstellen müsste.
Höhere Eintrittsgebühren für Auswärtige
Befürworten Sie bei städtischen Angeboten (z. B. Museen, Strandbad Zug) höhere Eintrittsgebühren für Auswärtige?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Die städtischen Angebote werden von den Stadtzuger Steuerzahlenden finanziert. Ein moderat abgestufter Tarif für Auswärtige ist deshalb sachlich begründet und in vielen Gemeinden üblich. Wichtig ist das Augenmass: Die Differenz soll den Beitrag der Einwohnerinnen und Einwohner abbilden, nicht abschrecken. Familien- und Jugendtarife müssen für alle bezahlbar bleiben.
Verbot geschlechtsneutraler Sprache
Soll städtischen Stellen (Behörden, Schulen) die Verwendung von geschlechtsneutraler Sprache mittels Genderstern oder ähnlichen Zeichen in der schriftlichen Kommunikation verboten werden?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
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Amtliche Texte sollen verständlich und einheitlich sein – dafür braucht es eine verbindliche Sprachregelung, kein Verbot. Der Bund verzichtet in seinen Texten auf Sonderzeichen und arbeitet mit Doppelformen und neutralen Formulierungen. Diesem pragmatischen Weg soll die Stadt folgen. Ein Verbot per Reglement wäre Symbolpolitik: Es bindet politische Energie an einem Nebenschauplatz, statt Probleme zu lösen.
Finanzen & Steuern
Steuersenkungen
Befürworten Sie weitere Steuersenkungen in den nächsten vier Jahren?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Die Stadt Zug hat den Steuerfuss in den letzten Jahren mehrfach gesenkt und liegt damit im schweizweiten Vergleich ganz vorne. Der Standortvorteil ist gesichert. Die drängenden Aufgaben sind heute andere: Schulraum, bezahlbarer Wohnraum, Betreuung, Verkehr – alles Investitionen, die anstehen und finanziert sein wollen. Ich setze deshalb auf einen stabilen Steuerfuss statt auf eine weitere Senkung.
Einkaufsgutscheine bei Budgetüberschüssen
Soll die Stadt Budgetüberschüsse dafür verwenden, allen Einwohner/-innen einen Einkaufsgutschein im Wert von 1’000 Franken für das städtische Gewerbe auszustellen?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Überschüsse gehören nicht in eine Giesskanne. Ein Gutschein von 1'000 Franken an alle kostet zweistellige Millionenbeträge, geht auch an jene, die ihn nicht brauchen, und verpufft nach einmaligem Konsum. Die Stadt hat grosse Investitionen vor sich – Schulraum, Wohnraum, Infrastruktur. Wer das Gewerbe stärken will, tut das über gute Rahmenbedingungen, belebte Innenstadt und Erreichbarkeit, nicht über eine einmalige Konsumspritze.
Befristete Steuerrabatte
Soll die Stadt bei Budgetüberschüssen befristete Steuerrabatte gewähren?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Auch der befristete Rabatt ist eine Rückverteilung nach dem Giesskannenprinzip. Überschüsse sind zudem oft Sondereffekte und keine dauerhafte Verbesserung – wer sie sofort ausschüttet, verzichtet auf Spielraum für die anstehenden Investitionen in Schulraum, Wohnraum und Infrastruktur. Sinnvoller ist es, Schulden abzubauen, Reserven für Grossprojekte zu äufnen und den Steuerfuss stabil und verlässlich zu halten.
Abschaffung Pauschalbesteuerung
Befürworten Sie die Abschaffung der Besteuerung nach Aufwand («Pauschalbesteuerung» für vermögende Ausländer/-innen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
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Diese Frage ist kantonal geregelt und liegt nicht in der Kompetenz der Stadt. Zur Sache: Die Aufwandbesteuerung ist ein bewährtes, rechtlich klar geregeltes Instrument, das Kanton und Gemeinden erhebliche Steuereinnahmen bringt – Mittel, die der Allgemeinheit zugutekommen. Die Stimmbevölkerung hat eine Abschaffung 2014 deutlich verworfen. Wer sie abschafft, verliert diese Erträge an konkurrierende Standorte, ohne dass jemand mehr Steuern zahlt.
Erwerb «Unterer Frauenstein»
Eine städtische Initiative fordert, dass die Stadt Zug das Anwesen «Unterer Frauenstein» für 44 Millionen Franken erwirbt und der Bevölkerung zugänglich macht. Befürworten Sie dieses Anliegen?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Ein Seegrundstück dieser Grösse kommt nie mehr auf den Markt. Wer den öffentlichen Seezugang in einer wachsenden Stadt sichern will, muss handeln, wenn sich die Gelegenheit bietet – Land wird nicht billiger. Die Stadt kann den Kauf aus Eigenmitteln finanzieren und erwirbt einen bleibenden Sachwert. Entscheidend ist, dass für die Villa rasch eine tragfähige, öffentlich nutzbare Lösung gefunden wird.
Wirtschaft & Arbeit
Keine Konkurrenz privater Dienstleistungen
Soll die Stadt auf die Erbringung eigener Dienstleistungen verzichten, falls dadurch private Angebote konkurrenziert werden?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
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Subsidiarität ist richtig: Wo Private eine Leistung gleichwertig und verlässlich erbringen, soll die Stadt nicht konkurrenzieren. Ein genereller Verzicht wäre aber zu absolut. Massgebend ist der Auftrag – Grundversorgung, Verlässlichkeit, Zugänglichkeit für alle – nicht die Frage, ob es zufällig ein privates Angebot gibt. Wo die Stadt tätig ist, soll sie es begründen können und regelmässig überprüfen. Aber sie soll Private nicht mit Steuergeldern unterbieten.
Weniger Regulierungen für Unternehmen
Soll die Stadt die Regulierungen und Auflagen für Unternehmen reduzieren (z. B. bei Bau- und Lärmvorschriften)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
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Commentaire
Nicht die Standards gehören abgebaut, sondern die Umtriebe: Verfahren dauern zu lange, Zuständigkeiten sind zersplittert, Auflagen werden mehrfach geprüft. Kürzere Bewilligungsfristen, digitale Verfahren und eine verbindliche Anlaufstelle bringen dem Gewerbe mehr als jede Deregulierung. Beim materiellen Schutz – Lärm, Sicherheit, Ortsbild – bin ich zurückhaltend: Diese Vorschriften schützen die Nachbarschaft und damit die Wohnqualität in der Stadt.
Einschränkung Kurzzeitvermietungen
Soll die gewerbliche und kurzfristige Vermietung von Wohnungen (z. B. über Airbnb) stärker eingeschränkt werden?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
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In einer Stadt mit derart knappem Wohnraum darf Wohnfläche nicht dauerhaft dem Markt entzogen werden, um sie gewerblich als Ferienunterkunft zu nutzen. Wer gelegentlich ein Zimmer oder die eigene Wohnung vermietet, soll das weiterhin tun können – das ist nicht das Problem. Es braucht eine klare Grenze zwischen privater Gelegenheitsvermietung und gewerblicher Nutzung, verbunden mit einer Registrierungspflicht und einer Höchstzahl an Tagen pro Jahr.
Einfrierung Stellenbestand
Befürworten Sie ein Einfrieren des Stellenbestands beim städtischen Verwaltungspersonal?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Ein pauschaler Stellenstopp ist kein Führungsinstrument, sondern ein Verzicht darauf. Die Stadt wächst, die Aufgaben nehmen zu – bei Baubewilligungen, Schulen, Betreuung, Digitalisierung. Wer den Bestand einfriert, verlagert die Kosten in externe Mandate oder in längere Verfahren, die Bevölkerung und Gewerbe treffen. Richtig ist, jede neue Stelle einzeln zu begründen und die Aufgaben periodisch zu überprüfen.
Einführung Mindestlohn
Befürworten Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden geltenden städtischen Mindestlohnes von CHF 4'200 pro Monat für eine Vollzeitstelle?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Löhne gehören an den Verhandlungstisch der Sozialpartner, nicht ins städtische Reglement. Gesamtarbeitsverträge bilden die Unterschiede zwischen Branchen und Regionen ab – ein kommunaler Einheitsbetrag kann das nicht und schafft zudem Ungleichheiten zu den Nachbargemeinden. In Zug liegt das eigentliche Problem nicht beim Lohn, sondern bei den Lebenskosten, vor allem beim Wohnen. Dort setze ich an.
Raumplanung
Verdichtetes Bauen
Befürworten Sie eine stärkere Verdichtung der bestehenden Siedlungszonen (z. B. verdichtete Überbauungen, höhere Gebäude)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Zug wächst, und die Fläche ist gegeben – verdichten oder ins Grüne bauen, eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Verdichtung nach innen ist deshalb richtig, wenn sie Qualität bringt: durchmischte Quartiere, Grün- und Begegnungsräume, gute Erschliessung. Hochhäuser eignen sich an dafür geeigneten Lagen, nicht flächendeckend. Entscheidend ist, dass Verdichtung zu mehr bezahlbarem Wohnraum führt und nicht nur zu höheren Renditen.
Umnutzung Gewerbe- zu Wohnraum
Soll die Umnutzung von Büro- oder Gewerbeflächen in Wohnraum erleichtert werden?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Leerstehende Bürofläche bei gleichzeitig akutem Wohnungsmangel ist eine offensichtliche Fehlallokation. Wo Lage, Belichtung und Lärmsituation es zulassen, soll eine Umnutzung rasch und unbürokratisch möglich sein – das schafft Wohnraum ohne einen Quadratmeter Neueinzonung. Erhalten bleiben muss Raum für produzierendes Gewerbe: Werkstätten und Betriebe gehören in die Stadt und lassen sich nicht einfach verlagern.
Zuger Vorrang bei Wohnungsvergabe
Sollen Wohnungen der Stadt vorrangig an Personen vergeben werden, die seit mindestens 10 Jahren im Kanton Zug leben?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Preisgünstige Wohnungen der Stadt sollen jenen zugutekommen, die hier verwurzelt sind. Zu viele Zugerinnen und Zuger müssen ihre Heimatstadt verlassen, weil sie sich das Wohnen nicht mehr leisten können – dagegen setzt sich Die Mitte seit Jahren ein, unter anderem mit unserem Postulat für den Zuger Vorrang. Wohndauer als Vergabekriterium ist kein Ausschluss, sondern eine faire Priorisierung dort, wo die Stadt selbst investiert.
Verkehr
Ausbau Fuss- und Veloverkehr
Befürworten Sie einen raschen Ausbau der Infrastruktur für den Fuss- und Veloverkehr (z. B. Velowege) in der Stadt Zug?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Kurze Wege gehören in einer Stadt dieser Grösse aufs Velo oder zu Fuss – das entlastet die Strassen für jene, die wirklich aufs Auto angewiesen sind. Die Bevölkerungsbefragung zur Ortsplanungsrevision hat den Ausbau der Veloinfrastruktur und die Aufenthaltsqualität klar als Wunsch bestätigt. Wichtig ist eine gute Trennung der Verkehrsarten und sichere Schulwege – nicht Ausbau gegen den motorisierten Verkehr, sondern durchdachte Lösungen für alle.
Förderung motorisierter Individualverkehr
Befürworten Sie zusätzliche Massnahmen in der Stadt Zug zugunsten des motorisierten Individualverkehrs (z. B. Beseitigung von Engpässen, Kapazitätsausbau, Parkplätze, Bau von Unterführungen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Zug ist Zentrum einer wachsenden Region; Gewerbe, Pendler und Lieferverkehr sind auf funktionierende Achsen angewiesen. Wo sich Verkehr staut, leiden Anwohner und Luftqualität am meisten – Engpässe zu beseitigen ist deshalb kein Selbstzweck. Vorrang haben Massnahmen, die den Durchgangsverkehr aus den Quartieren und der Innenstadt herausführen und dort Raum für Menschen schaffen. Einen generellen Kapazitätsausbau brauchen wir nicht.
Flächendeckende Einführung Tempo 30
Soll in der Stadt Zug flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden (auch auf Hauptstrassen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Tempo 30 ist in Quartieren und auf Schulwegen richtig und dort weitgehend umgesetzt. Auf den Hauptachsen gehört es nicht hin: Dort würde es den öffentlichen Verkehr verlangsamen, Ausweichverkehr in die Quartiere drücken und die Einsatzfahrten von Feuerwehr und Rettungsdienst verzögern. Wo es begründete Ausnahmen gibt – etwa aus Lärmschutzgründen in der Nacht –, entscheidet man abschnittsweise und nicht flächendeckend.
Günstigere ÖV-Preise
Sollen finanzielle Budgetüberschüsse dafür verwendet werden, den öffentlichen Verkehr im Stadtgebiet für die Zuger Bevölkerung günstiger anzubieten?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Ein attraktiver öffentlicher Verkehr ist zentral, und Zug hat ihn. Überschüsse sind aber einmalig, verbilligte Abonnemente eine dauerhafte Verpflichtung – so etwas finanziert man aus dem ordentlichen Budget oder gar nicht. Wo es Unterstützung braucht, dann gezielt: für Jugendliche in Ausbildung, für ältere Menschen und für Haushalte mit knappem Einkommen. Eine Verbilligung für alle bringt jenen am wenigsten, die sie am nötigsten hätten.
Umwelt & Energie
Begrünung Stadtraum
Soll der öffentliche Raum der Stadt vermehrt entsiegelt und begrünt werden?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Versiegelte Flächen heizen sich auf und belasten bei Starkregen die Kanalisation – beides nimmt zu. Entsiegelung und Baumpflanzungen sind die wirksamste und günstigste Antwort darauf und machen die Stadt zugleich aufenthaltsfreundlicher. Die Bevölkerungsbefragung zur Ortsplanungsrevision hat den Wunsch nach mehr Grün- und Freiräumen deutlich bestätigt. Anzusetzen ist dort, wo ohnehin gebaut wird: bei jeder Strassensanierung und jedem Platzumbau.
Lockerung Wohnbauvorschriften für Erneuerbare
Sollen für den Ausbau von erneuerbaren Energien die Vorschriften des Ortsbild- und Denkmalschutzes gelockert werden?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Auf dem Dach eines Wohnhauses soll eine Solaranlage die Regel sein, nicht die Ausnahme – auch in Ortsbildschutzzonen, wenn sie sorgfältig integriert ist. Der Bund hat die Abwägung bereits zugunsten der erneuerbaren Energien verschoben; die Stadt soll das in der Praxis konsequent anwenden statt eng auslegen. Kein Thema ist das für die Altstadt und für Einzelobjekte von hohem Wert: Dort bleibt der Schutz, und die Anlagen entstehen anderswo.
Förderung Solarausbau
Soll die Stadt den Solarausbau stärker fördern (z. B. Förderung von Balkonsolaranlagen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Solarstrom ist die naheliegendste einheimische Energiequelle, und die Stadt hat viele ungenutzte Dächer. Städtische Liegenschaften sollen vorangehen – dort entscheidet die Stadt selbst und muss niemanden überzeugen. Bei Privaten wirken unkomplizierte Bewilligungen, gute Beratung und verlässliche Beiträge mehr als komplizierte Programme. Balkonanlagen sind vor allem für Mietende interessant und ein sinnvoller, wenn auch kleiner Beitrag.
Anreize statt Verbote in Klimapolitik
Soll die Stadt bei den Klimaschutzmassnahmen vollständig auf Anreize und Zielvereinbarungen setzen, statt auf Verbote und Einschränkungen?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Anreize wirken besser als Verbote: Wer freiwillig saniert oder umstellt, tut es überzeugter und nachhaltiger. Zielvereinbarungen mit Unternehmen und Förderbeiträge für Private sind deshalb der richtige Weg, und die Stadt soll bei den eigenen Bauten vorangehen. Ganz ohne Vorgaben geht es allerdings nicht – Bauvorschriften und Energiestandards sind längst etabliert und unbestritten. Der Grundsatz lautet: Anreize zuerst, Vorschriften dort, wo sie bereits gelten.
Politisches System & Digitalisierung
Digitale Stadtverwaltung
Soll die Stadt dazu übergehen, ihre Dienstleistungen nur noch digital anzubieten («Digital-Only»-Prinzip)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Die Digitalisierung der Verwaltung ist richtig und soll konsequent vorangetrieben werden – wer online erledigen kann, was heute einen Schaltergang braucht, spart Zeit und die Stadt spart Kosten. «Digital only» geht aber zu weit: Nicht alle können oder wollen digital arbeiten, und gerade ältere Menschen sowie Personen ohne sichere Sprachkenntnisse brauchen eine erreichbare Anlaufstelle. Digital als Standard, aber der Schalter bleibt offen.
Mehr Mittel für Entwicklungszusammenarbeit
Soll die Stadt die Ausgaben für die internationale Entwicklungszusammenarbeit erhöhen?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Zug profitiert wie kaum eine andere Stadt von einer offenen, funktionierenden Welt. Ein freiwilliger Beitrag an die Entwicklungszusammenarbeit ist deshalb keine Wohltätigkeit, sondern Ausdruck von Verantwortung – und angesichts der gekürzten Bundesmittel umso wichtiger. Die Stadt ersetzt den Bund nicht, aber sie kann dort verlässlich wirken, wo sie langfristige Partnerschaften pflegt und die Wirkung überprüfbar ist.
Strikte Neutralitätspolitik
Soll die Schweiz ihre Neutralität strikt auslegen (weitgehender Verzicht auf wirtschaftliche Sanktionen)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Die Neutralität ist ein bewährtes Instrument – sie starr in der Verfassung zu fixieren, schwächt sie. Wer Sanktionen künftig nur noch zulässt, wenn der UNO-Sicherheitsrat sie beschliesst, macht die Schweizer Aussenpolitik von einem Gremium abhängig, in dem Russland und China ein Veto haben. Die Schweiz muss handlungsfähig bleiben und darf nicht zur Umgehungsdrehscheibe für Sanktionen werden.
Sicherheit & Polizei
Ausbau Videoüberwachung
Befürworten Sie einen Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Raum?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Videoüberwachung ist kein Ersatz für Polizeipräsenz, aber an neuralgischen Punkten ein sinnvolles Hilfsmittel – etwa im Bahnhofsbereich, bei Unterführungen oder wo es wiederholt zu Vandalismus und Übergriffen kommt. Sie hilft vor allem bei der Aufklärung. Flächendeckende Überwachung lehne ich ab: Sie greift unverhältnismässig in die Privatsphäre ein und verlagert die Probleme nur. Entscheidend sind klare Regeln zu Standorten, Speicherdauer und Zugriff.
Unterstützung Opfer sexualisierter Gewalt
Soll die Stadt das Hilfs- und Unterstützungsangebot für Opfer von sexualisierter Gewalt ausbauen?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Wer sexualisierte Gewalt erlebt hat, braucht rasch und unkompliziert Hilfe – Beratung, medizinische Versorgung, rechtliche Begleitung, und zwar ohne dass man sich das Angebot mühsam zusammensuchen muss. Die Dunkelziffer ist hoch, und viele melden sich gar nicht erst. Ein niederschwelliges, gut sichtbares Angebot in Zusammenarbeit mit Kanton und Fachstellen ist deshalb richtig. Das ist keine Frage der politischen Ausrichtung, sondern des Anstands.
Erhöhte Polizeipräsenz
Befürworten Sie eine stärker sichtbare Präsenz der Polizei in der Stadt Zug (z. B. mehr Rundgänge der Polizei in der Nacht)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Sichtbare Polizei wirkt präventiv und schafft Sicherheitsgefühl – besonders abends und am Wochenende rund um Bahnhof, See und Ausgangsmeilen. Patrouillen zu Fuss oder mit dem Velo bringen dabei mehr als Kontrollfahrten: Man ist ansprechbar, kennt die Situation vor Ort und kann früh deeskalieren. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Sozialarbeit und Betreibern, damit nicht jede Auffälligkeit zum Polizeieinsatz wird.
Geschützte Einrichtung zum Drogenkonsum
Befürworten Sie die Schaffung einer geschützten Einrichtung für Drogenabhängige zum Konsum (sog. Kontakt- und Anlaufstelle)?
| Non | Plutôt non | Plutôt oui | Oui |
|---|---|---|---|
Commentaire
Die Vier-Säulen-Politik hat sich bewährt, Schadensminderung gehört selbstverständlich dazu. Eine eigene Anlaufstelle setzt aber eine Szene voraus, die es in Zug in dieser Form nicht gibt. Für einzelne Betroffene ist die Zusammenarbeit mit bestehenden Einrichtungen in der Region der bessere Weg als eine eigene Struktur. Sollte sich die Lage ändern, ist die Frage neu zu beurteilen – ideologische Vorbehalte habe ich keine.
Werthaltungen
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Commentaire
Märkte schaffen Wohlstand – unbestritten. Aber „alle profitieren" ist kein Automatismus, sondern Ergebnis einer Ordnung. Strukturwandel erzeugt reale Verlierer; unregulierter Wettbewerb zerstört sich selbst durch Kartelle und Marktmacht. Genau darum gibt es Kartellrecht, Fusionskontrolle, Sozialversicherung und Mitbestimmung – nicht als Korrektur der Marktwirtschaft, sondern als ihre Voraussetzung. Zustimmung daher nur, wenn „frei" nicht „entfesselt" meint.
Staatliche Umverteilung
Wie beurteilen Sie folgende Aussage: "Es ist notwendig, dass der Staat durch Umverteilung die Einkommens- und Vermögensunterschiede ausgleicht."
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Commentaire
Ein gewisser Ausgleich ist Teil unseres Systems und unbestritten: progressive Steuern, Sozialversicherungen, Prämienverbilligungen. Sie schaffen die Stabilität, von der auch die Wirtschaft lebt. «Ausgleichen» als Ziel geht mir aber zu weit – Leistung muss sich lohnen, und Umverteilung ersetzt keine gute Bildungs- und Wohnpolitik. Chancengerechtigkeit ist mir wichtiger als Ergebnisgleichheit.
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
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Commentaire
Beides gehört zusammen: Eine schuldangemessene Strafe ist nötig – aber ohne Perspektive nach der Entlassung produziert der Vollzug neue Straftaten und neue Opfer. Studien zeigen, dass die Strafhöhe kaum abschreckt, die Entdeckungswahrscheinlichkeit dagegen schon. Wiedereingliederung ist deshalb kein Gegensatz zum Opferschutz, sondern dessen langfristige Form.
Umweltschutz zulasten Wirtschaftswachstum
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zulasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
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Commentaire
Externalitäten sind ein klassisches Marktversagen – wer Umweltkosten einpreist, greift nicht in den Markt ein, sondern korrigiert einen Preisfehler. Die Kosten des Nichthandelns übersteigen die des Handelns. Der Zielkonflikt ist zudem geringer als behauptet: Die Schweiz senkt ihre Emissionen seit Jahren bei wachsender Wirtschaft. Wo er real auftritt, hat der Umweltschutz für mich Vorrang – es geht um Lebensgrundlagen, nicht um Präferenzen.
Commentaire
Bezahlbarer Wohnraum ist das drängendste Problem der Stadt Zug. Wer hier arbeitet, soll hier wohnen können – Familien, Handwerk, Pflege, Lehrpersonen. Genossenschaften bieten dauerhaft preisgünstige Wohnungen ohne Spekulation und sind langfristig günstiger als Subventionen an Einzelne. Die Stadt soll Land im Baurecht abgeben statt verkaufen und bei Einzonungen und Arealentwicklungen einen Anteil gemeinnütziger Wohnungen verbindlich festlegen.