Lisa Wyss
DAS · WAS | 10.05
Sozialstaat & Familie
Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder
Soll der Kanton Freiburg familienergänzende Betreuungsstrukturen finanziell stärker unterstützen (Erhöhung der Anzahl Krippenplätze, Verlängerung der Öffnungszeiten von Tagesschulen usw.)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Rückzahlung von Sozialhilfe
Soll der Kanton Freiburg die Rückzahlungspflicht für bezogene Sozialhilfe abschaffen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Dies würde Menschen, die Sozialhilfe beziehen, dazu ermutigen, wieder eine Arbeit aufzunehmen.
Cela encouragerait les personnes qui bénéficient de l'aide sociale de reprendre un travail.
Kantonales Vorkaufsrecht
Soll ein Vorkaufsrecht eingeführt werden, das es dem Kanton und den Gemeinden ermöglicht, Grundstücke oder Liegenschaften für den gemeinnützigen Wohnungsbau vorrangig zu erwerben?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja, dadurch könnte das Angebot an Sozialwohnungen erhöht und die Wohnungskrise langfristig gemildert werden.
Oui, cela permettrait d'augmenter les augmenter les logements d'utilité publique et diminiuerait à terme la crise de logement.
Verschärfung des Sozialhilfegesetzes
Würden Sie eine Verschärfung des Sozialhilfegesetzes im Kanton Freiburg befürworten (z.B. Begrenzung der Zulagen, tieferer Ansatz des Existenzminimums, höherer Ermessenspielraum bei der Vergabe der Sozialhilfe)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Nein, ganz im Gegenteil. Es ist unerlässlich, den Grundsatz der bedingungslosen Würde im Bereich der Sozialleistungen (wieder) einzuführen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verringerung der Nichtinanspruchnahme sozialer Ansprüche, insbesondere durch eine dekoloniale Perspektive und eine proaktive Begleitung der betroffenen Personen.
Non, au contraire. Il est essentiel de (ré-)instaurer le principe de dignité inconditionnelle dans les prestations sociales. Un autre élément important est de réduire le non-recours aux droits sociaux notamment par une perspective décoloniale et un accompagnement proactif des personnes concernées.
Vergütung für pflegende Angehörige
Sollen pflegende Angehörige finanziell unterstützt werden (z. B. durch Pflegegeld)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das ist bereits heute der Fall, doch dieses Recht und diese Leistung lassen sich noch weiter verbessern.
Cela est déjà le cas aujourd'hui, mais ce droit et cette prestation peut être d'avantage amélioré.
Gesundheit
Prämienverbilligungen erhöhen
Soll die Prämienverbilligung erhöht werden, sodass niemand mehr als 10 Prozent seines verfügbaren Haushaltseinkommens für die Krankenversicherung zahlen muss?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Zudem muss die Auszahlung der Beihilfen für alle Anspruchsberechtigten automatisiert erfolgen, ohne dass diese selbst etwas unternehmen müssen.
En outre, le versement des subsides doit être automatisé pour toutes les personnes qui y ont droit, sans démarche active à faire.
Kantonale Einheitskrankenkasse
Befürworten Sie die Einführung einer kantonalen Einheitskrankenkasse?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Auf jeden Fall, und die Krankenkassenbeiträge müssen gedeckelt werden.
Absolument, et les primes d'assurances maladies doivent être plafonnées.
Einschränkung der Spitalplanung
Befürworten Sie eine Einschränkung der kantonalen Kontrolle über die Spitalplanung und die Organisation der Gesundheitsversorgung (z. B. indem privaten Kliniken gestattet wird, mehr Leistungen zu erbringen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der Staat garantiert den Zugang zur Gesundheitsversorgung und eine hohe Qualität der Leistungen, die in keinem Fall von den finanziellen Mitteln abhängt.
L'Etat est garant pour un accès aux soins et une assurance qualitative des prestations qui ne dépend jamais des moyens financiers.
Schule & Bildung
Chancengleichheit in der Ausbildung
Soll sich der Kanton Freiburg stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z.B. mit Nachhilfe-Gutscheinen für Schüler/-innen aus Familien mit geringem Einkommen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja, es ist von entscheidender Bedeutung, die Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler zu stärken, insbesondere auch durch die Hinterfragung der Hausaufgabenpraxis, der Durchführung von Leistungsüberprüfungen bereits ab der 3. Klasse und des Auswahlverfahrens für Schülerinnen und Schüler bereits am Ende der 8. Klasse.
Oui, il est primordial de renforcer l’égalité des chances pour touxtes les élèves, notamment aussi en questionnant la pratique des devoirs, la réalisation d’évaluations dès la 3H et la procédure de séléction des élèves déjà à la fin de la 8H.
Zweisprachige Schulzeit
Bis 2031 wird eine Unterstützung für Schulen im Kanton eingerichtet, die einen zweisprachigen Unterricht in der Primarstufe anbieten möchten. Soll diese Möglichkeit auf die gesamte obligatorische Schulzeit (bis zur 11. Klasse) ausgeweitet werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Unsere Kinder hatten das Glück, in einer zweisprachigen deutsch-französischen Familie aufzuwachsen. Ich befürworte eine Stärkung der Zweisprachigkeit im Schulwesen auf allen Ebenen (zweisprachige Klassen von der 1. bis zur 11. Klasse, Immersionsprojekte F-D-E+) und ganz allgemein eine stärkere Wertschätzung der Mehrsprachigkeit in unserer pluralistischen und von Migration geprägten Gesellschaft.
Nos enfants ont eu la chance de grandir dans une famille bilingue germanophone- francophone. Je suis favorable à ce que le bilinguisme scolaire soit renforcé à tout les niveaux (classes bilingues de 1-11H, projets d’immersion f-d-e+) et plus généralement que le plurilinguisme de notre société plurielle et post-migratoire soit d'avantage valorisé.
Integrative Schule
Gemäss dem Konzept der integrativen Schule werden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen grundsätzlich in regulären Schulklassen unterrichtet. Befürworten Sie dies?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja, indem man der Schule die finanziellen und personellen Mittel zur Verfügung stellt, damit sie ihr Ziel der Inklusion erreichen kann, insbesondere durch die Verringerung der Klassengrößen, die systematische Einführung des Teamunterrichts und die Anpassung der den TSS zugewiesenen Mittel an die Gegebenheiten vor Ort.
Oui, en donnant à l'école les moyens financiers et humains pour qu’elle puisse atteindre son objectif d’inclusivité, notamment en réduisant les effectifs de classe, en systématisant le co-enseignement et en adaptant les moyens alloués aux TSS selon la réalité du terrain.
Erhöhung der kantonalen Kulturförderung
Der Kanton Freiburg hat beschlossen, die Kulturförderung zu erhöhen und das Budget bis 2035 von 16,70 CHF auf 30 CHF pro Einwohner/-in anzuheben. Befürworten Sie diesen Beschluss?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Es ist von entscheidender Bedeutung, die bestehenden Kulturstätten langfristig zu sichern, einen kostenlosen oder subventionierten Zugang zu Museen, Bibliotheken und kulturellen Angeboten für Jugendliche, Familien und Menschen in prekären Lebenssituationen zu gewährleisten, die Fördermittel für Kulturschaffende zu erhöhen und das kulturelle Vereinswesen sowie lokale Initiativen als Säulen des demokratischen Lebens durch vielfältige Fördermittel zu unterstützen, die nicht ausschließlich Fachleuten vorbehalten sind.
Il est essentiel de pérenniser les lieux de culture existants, de garantir un accès gratuit ou subventionné aux musées, bibliothèques et activités culturelles pour jeunes, familles et personnes en situation de précarité, d'augmenter les subventions aux acteur·ice·x·s culturel·le·x·s et de soutenir le tissu associatif culturel et initiatives locales comme piliers de la vie démocratique via des subventions diversifiées non réservées aux seul·e·x·s professionnel·le·x·s.
Migration & Integration
Integrationsförderung für Ausländer*innen
Soll der Kanton Freiburg Ausländer/-innen bei der Integration stärker unterstützen (z.B. durch zusätzliche Sozialarbeiter/-innen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Derzeit werden Sprachkurse über die kantonalen Integrationsprogramme (PIC) gefördert, bei denen es sich um zeitlich begrenzte Programme handelt, die vom Bund und vom Kanton gemeinsam finanziert werden. Das Erlernen einer Amtssprache darf nicht von den finanziellen Mitteln einer Migrantin oder eines Migranten abhängen, sondern muss jedem neuen Einwohner systematisch angeboten werden. Massnahmen zur Förderung der wirtschaftlichen Teilhabe speziell von Migrantinnen müssen ebenfalls verstärkt werden.
Actuellement, les cours de langues sont subventionnées via les PIC (Programmes d'intégration cantonales), des programmes limitées dans leurs temps et co-financés par la Confédération et l'Etat. L'apprentissage d'une langue officielle ne doit pas dépendre des moyens financiers d'une personne migrante, mais être proposé de manière systématique à chaque nouvelle habitant-ex. Des mesures favorisant la participation économique spécifiquement des femmes migrantes doivent également être renforcées.
Verschärfung der Einbürgerungsvoraussetzungen
Sollen die Anforderungen für die Einbürgerungen erhöht werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Im Gegenteil: Die Einbürgerungsverfahren müssen gemäß dem Vorschlag der Initiative 4/4 erleichtert werden, die die (politische) Teilhabe als Grundrecht anerkennt und auf eine Stärkung der Demokratie abzielt. Konkret setzt sich die Initiative für ein Einbürgerungsrecht nach fünf Jahren rechtmäßigem Aufenthalt in der Schweiz (anstelle der derzeitigen zehn Jahre), eine Vereinheitlichung und Objektivierung der Kriterien sowie eine automatische Verleihung der Staatsangehörigkeit an in der Schweiz geborene Kinder ein.
Au contraire, les processus de naturalisation doivent être facilitées selon la proposition de l’initiative 4/4, qui reconnaît la participation (politique) comme un droit fondamental et vise à renforcer la démocratie. Concrètement l'initiative défend un droit de naturalisation après 5 ans de séjour légal en Suisse (au lieu des 10 ans actuelles), une uniformisation et objectivation des critères et une attribution automatique de la nationalité aux enfants nés en Suisse.
Politische Rechte für Ausländerinnen und Ausländer
Ausländerinnen und Ausländer, die seit mindestens fünf Jahren im Kanton Freiburg leben und Inhaber einer C-Bewilligung sind, haben in ihrer Wohngemeinde das Stimm- und Wahlrecht. Sollten diese Rechte auf die kantonale Ebene ausgeweitet werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Indirekt würde diese Ausweitung auch die politische Teilhabe auf kommunaler Ebene stärken, da diese Unterscheidung der Rechte nicht für jeden einfach ist. Ganz allgemein ist diese Ausweitung für die Zukunft unserer Demokratie von entscheidender Bedeutung. Etwa 40'000 Einwohner des Kantons wären von dieser Ausweitung betroffen, was einem Anteil von 14,5 % der erwachsenen Bevölkerung entspricht.
Indiréctement cette extension renforcerait aussi la participation politique au niveau communal, étant donné que cette distinction de droits n'est pas aisé pour tout le monde. Plus généralement, cette extension est primordial pour le futur de notre démocratie. Environ 40'000 personnes habitant le canton seraient concernées par cette extension, ce qui représente un taux de 14.5% de la population adulte.
Aufnahme von Resettlement-Flüchtlinge
Soll sich der Kanton Freiburg dafür einsetzen, dass mehr Geflüchtete aus Lagern direkt vor Ort (z.B. Griechenland) in der Schweiz aufgenommen werden (sogenannte Resettlement-Flüchtlinge)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Dies würde es ermöglichen, schutzbedürftige Flüchtlinge auf sichere Weise aus den Lagern (z. B. in Griechenland) aufzunehmen und so gefährliche Überfahrten zu vermeiden. Dies ist eine wirksame humanitäre Maßnahme, die eine Politik der Aufnahme und Teilhabe fördern und die internationale Solidarität stärken würde – im Gegensatz zum endlosen Warten unter prekären und unmenschlichen Bedingungen.
Cela permettrait d'accueillir des réfugiés vulnérables d'une manière sécurisé depuis les camps (ex: Grèce), évitant ainsi les traversées périlleuses. Il s'agit là d'une réponse humanitaire efficace qui favoriserait une politique d'accueil et de participation et renforcerait la solidarité internationale, contrairement à l'attente interminable dans des conditions précaires et inhumaines.
Gesellschaft & Ethik
Drogenprüfung in Konsumräumen
Sollte der Kanton Freiburg die Einführung von Drug Checking finanzieren, damit Konsument/-innen die Qualität ihrer Substanzen in den sicheren Konsumräumen überprüfen können?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Diese Maßnahme zur Risikominderung rettet Leben, fördert den Zugang zur Gesundheitsversorgung, ohne Menschen zu kriminalisieren, und wirkt präventiv. Sie räumt somit der öffentlichen Gesundheit Vorrang vor der Strafverfolgung ein.
Cette mesure de réduction des risques sauve des vies, favorise l'accès aux soins sans criminaliser les personnes et agit au niveau prévention. Elle priorise donc la santé publique sur la répression.
Kantonale Massnahmen gegen sexuelle Belästigung
Sollte der Kanton Freiburg mehr Massnahmen zur Bekämpfung sexueller Belästigung ergreifen (z. B. Sensibilisierungsmassnahmen, Austauschplattformen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
In diesem Zusammenhang ist die Einführung einer kantonalen Verordnung und eines bereichsübergreifenden Aktionsplans gegen geschlechtsspezifische und sexuelle Gewalt von entscheidender Bedeutung. Die Prävention im Bereich der sexuellen und emotionalen Gesundheit muss insbesondere in den Pflicht- und weiterführenden Schulen verstärkt werden, aber auch fester Bestandteil der Ausbildung von Fachkräften im Gesundheits-, Bildungs-, Sozial- und Sicherheitswesen sein.
A ce sujet, la mise en place d'un règlement et un plan d’action transversal cantonal contre les violences sexistes et sexuelles est primordial. La prévention sur la santé sexuelle et affective doit spécifiqument être renforcé dans les écoles obligatoires et post-obligatoires, mais également faire partie intégrante de formations auprès de professionnel-le-s de la santé, de l'éducation, du social et de la sécurité.
Trennung von Staat und Kirche
Soll der Kanton Freiburg Staat und Kirche vollständig trennen (z.B. wie die Kantone Genf und Neuenburg)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das Hauptproblem bei der aktuellen Situation ist die Ungleichbehandlung gegenüber anderen Religionsgemeinschaften (die für ihre Aktivitäten keine Steuergelder von der Bevölkerung erhalten).
Le souci principal avec la situation actuelle est l'inégalité de traitement avec les autres communautées réligieuses (qui elles ne bénéficient pas d'impôts de la part de la population pour leurs activités).
Keine inklusive Sprache in kantonalen Texten
Soll den kantonalen Stellen (Behörden, Schulen) untersagt werden, in ihren schriftlichen Mitteilungen eine geschlechtsneutrale Sprache zu verwenden, indem sie Sterne, Doppelpunkte oder ähnliche Zeichen einsetzen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Im Gegenteil: Inklusive Sprache muss in öffentlichen Einrichtungen zur Norm werden, damit sich alle Einwohner*innen in ihrer Geschlechtsidentität voll und ganz einbezogen und respektiert fühlen. Der Staat muss hier mit gutem Beispiel vorangehen.
Au contraire, le langage inclusif doit devenir la norme pour les services publiques afin que touxtes les habitantex se sentent inclues et respectés pleinement dans leur identité de genre. L'Etat doit montrer l'exemple .
Wöchentliche vegetarische Speisepläne
Befürworten Sie, dass öffentlich geförderte Kantinen an mindestens einem Tag pro Woche ausschliesslich vegetarische Menüs anbieten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja, auf jeden Fall. Diese Maßnahme sollte mit Aufklärungsmaßnahmen einhergehen, die darauf abzielen, das Bewusstsein für eine umweltfreundlichere Ernährung zu schärfen.
Oui, absolument. Cette mesure devrait être accompagné d'une information qui vise la sensibilisation à une alimentation plus respectueuse de l'environnement.
Finanzen & Steuern
Höherer Steuersatz für hohe Einkommen
Würden Sie eine Erhöhung des Steuersatzes für Personen befürworten, deren steuerpflichtiges Einkommen CHF 200'000 pro Jahr übersteigt?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das sind etwa 1–5 % der Bevölkerung. Diese verfügt laut einem Bericht von ATTAC aus dem Jahr 2025 über rund 50 % des Vermögens in Freiburg. Die Umverteilung des Vermögens durch ein gerechtes Steuersystem, das die Gewinne großer Unternehmen und große Vermögen stärker besteuert, ist ein zentraler Punkt unseres Programms.
Il s'agit d'environ 1-5% de la population. Celle-ci possède autour de 50% de la richesses en Fribourg selon un rapport de l'ATTAC en 2025. Répartir les richesses par une fiscalité équitable qui taxe davantage les bénéfices des grandes entreprises et les grosses fortunes est un point phare de notre programme.
Finanzierung des ökologischen Wandels
Befürworten Sie, dass der Kanton Freiburg jährlich 1 % seines BIP, also rund 200 Millionen Franken, für die Finanzierung des ökologischen Wandels bereitstellt?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Auf jeden Fall. Der Staat muss den Schutz der Umwelt und des Lebens zu einem Grundprinzip bei allen Entscheidungen machen.
Absolument. L'Etat doit faire de la protection de l'environnement et du vivant un principe fondamental dans toute prise de décision
Sanierung der Finanzen
Ist die Umsetzung des Programms zur Sanierung der Kantonsfinanzen Ihrer Meinung nach eine politische Priorität in Freiburg?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Nein, das PAFE ist keine Priorität, sondern eine politische Entscheidung. Man „bringt die Finanzen eines Kantons nicht in Ordnung“, indem man die öffentlichen Dienstleistungen kürzt, auf die die am stärksten benachteiligten Menschen angewiesen sind. Die Priorität besteht darin, Schule, Gesundheitswesen und Wohnungswesen angemessen zu finanzieren und die Lasten auf diejenigen zu verlagern, die über die entsprechenden Mittel verfügen. Das PAFE ist nichts anderes als Sparpolitik unter einem anderen Namen.
Non, le PAFE n'est pas une priorité, c'est un choix politique. On ne "met en ordre" les finances d'un canton en amputant les services publics dont dépendent les plus précarisés. La priorité, c'est de financer correctement l'école, la santé et le logement, et de faire porter l'effort sur ceux qui en ont les moyens. Le PAFE, c'est l'austérité avec un autre nom.
Wirtschaft & Arbeit
Ladenöffnungszeiten
Befürworten Sie eine vollständige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Alle Menschen haben Anspruch auf menschenwürdige und familienfreundliche Arbeitszeiten.
Alle Menschen haben Anrecht auf menschenwürdige und familienkompatible Arbeitszeiten.
Überprüfung der Lohngleichheit
Befürworten Sie eine strengere Kontrolle der Lohngleichheit von Frauen und Männern im Kanton Freiburg?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Damit die Gleichstellung der Geschlechter tatsächlich umgesetzt wird, sind solche Kontrollen in unserer patriarchalischen Gesellschaft unvermeidlich.
Damit die Geschlechtergleichheit tatsächlich umgesetzt wird, sind solche Kontrollen in unserer patriarchalen Gesellschaft unausweichlich.
Öffentliche Dienstleistungen in ländlichen Gebieten
Soll der Kanton Freiburg das Service-Public-Angebot (z.B. öffentlicher Verkehr, Verwaltungsdienstleistungen) in ländlichen Gebieten stärken?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Selbstverständlich. Die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere in ländlichen Gebieten, ermöglicht es mehr Menschen, vom Auto auf den ÖPNV bzw. auf das Fahrrad in Kombination mit dem ÖPNV umzusteigen. Wir leben in einem Kanton mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Pendlerinnen und Pendlern, was diese Forderung im Hinblick auf einen wirksamen Klimaschutz noch unterstreicht.
Selbstverständlich. Die Stärkung des öffentlichen Verkehrs gerade auch in ländlichen Gebieten ermöglicht es mehr Menschen, vom Auto auf den OeV bzw. das Velo + OeV umzustellen. Wir leben in einem Kanton mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Pendler·innen, was diese Forderung für einen effektiven Klimaschutz noch unterstreicht.
Bedingungen für die Vergabe kantonaler Aufträge
Sollen Schweizer Unternehmen, deren Tochterfirmen oder Zulieferer im Ausland tätig sind, zur Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards verpflichtet werden (Konzernverantwortung)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Selbstverständlich. Wir tragen eine Verantwortung für die Umwelt und das Wohlergehen aller Menschen über unsere nationalen Grenzen hinaus. Umweltschäden in anderen Weltregionen haben sowohl direkte negative Auswirkungen auf die Lebewesen vor Ort als auch indirekte negative Auswirkungen auf die gesamte Welt. Die weltweite Migration und die damit verbundenen Herausforderungen für den Einzelnen und die gesamte Gesellschaft werden dadurch zunehmen.
Selbstverständlich. Wir tragen eine Verantwortung für die Umwelt und das Wohlergehen aller Menschen über unsere nationalen Grenzen hinaus. Umweltschäden in anderen Weltregionen haben sowohl direkte negative Auswirkungen auf die Lebenwesen vor Ort als auch indirekt negative Auswirkungen auf die gesamte Welt. Die weltweite Migration und damit verbundene Herausforderungen für Individuen und die gesamte Gesellschaft wird dadurch zunehmen.
Verkehr, Energie & Raumplanung
Schaffung von „weissen Zonen“ gegen die Wohnungsknappheit
Befürworten Sie zur Bekämpfung der Wohnungsknappheit die Einrichtung von „weissen Zonen“, in denen die meisten Bau- und Planungsvorschriften vorübergehend aufgehoben werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der Wohnungsbau darf nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss in alle Richtungen durchdacht werden. Er darf nicht auf Kosten einer noch stärkeren Umweltbelastung erfolgen. Die Vorschriften tragen zur Verbesserung der Biodiversität und zum Klimaschutz bei und müssen unbedingt eingehalten werden. In Bauzonen hingegen muss verdichtetes, soziales und genossenschaftliches Wohnen mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gefördert werden.
Der Wohnungsbau darf nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss interdirektional gedacht werden. Er darf nicht zu Lasten von einer noch stärkerer Umweltbelastung stattfinden. Die Vorschriften verbessern die Biodiversität und den Klimaschutz und müssen unbedingt eingehalten werden. Hingegen muss in Bauzonen verdichtetes, soziales und genossenschaftliches Wohnen mit Zugang zu regelmässigem öffentlichen Verkehr gefördert werden.
Verbindung zwischen Marly und Matran
Unterstützen Sie das vom Kanton vorgeschlagene Strassenprojekt zur Verbindung der Gemeinden Marly und Matran?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Dieses Projekt hat im Jahr 2026 keinerlei Legitimität, ganz zu schweigen von den damit verbundenen Ausgaben. Ein wirksamer Klimaschutz sowie der Schutz und die Stärkung der Biodiversität haben für alle Lebewesen absolute Priorität. Nur so können wir auch in Zukunft allen Menschen in unserem Kanton ein würdiges Leben ermöglichen.
Dieses Projekt hat im 2026 überhaupt keine Legitimität, ganz zu schweigen den damit verbundenen Ausgaben. Ein effektiver Klimaschutz und Schutz bzw. Stärkung der Biodiversität ist absolut prioritär für sämtliche Lebewesen. Nur dadurch können wir auch in Zukunft allen Menschen in unserem Kanton ein würdiges Leben ermöglichen.
Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
Sollte der Kanton Freiburg die Benützung des öffentlichen Verkehrs stärker fördern (Subventionierung von Abonnementen, Verdichtung des Netzes, Erhöhung der Frequenz)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ich bin eindeutig für kostenlosen ÖPNV für alle sowie für einen Ausbau des Nahverkehrs. Diese Maßnahmen sind unbedingt notwendig, damit wir den individuellen Autoverkehr (der bei etwa 70 % liegt, gegenüber 30 % ÖPNV) senken können. Der CO₂-Ausstoß ist die Hauptursache für die globale Erwärmung.
Ich bin klar für Gratis OeV für alle sowie einen Ausbau des Nahverkehrs. Diese Massnahmen sind unbedingt notwendig, damit wir den individuellen Autokonsum (um die 70% gegenüber 30% OeV) senken können. Der CO2-verbrauch ist die Hauptursache unserer Klimaerwärmung.
Ausbau Windparks
Befürworten Sie den Bau von Windparks im Kanton Freiburg (z. B. an den Standorten Côte du Glâney, Surpierre-Cheiry und Massif du Gibloux)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Der Klimawandel wartet nicht auf Debatten über den Landschaftsschutz. Aber: Die Gewinne dürfen nicht an Konzerne fließen, während die Anwohner:innen den Lärm ertragen müssen. Lokale Beteiligung, demokratische Verfahren, gerechte Verteilung – das ist die Voraussetzung. Ein Windpark ohne soziale Gerechtigkeit ist nur ein neues Privileg für wenige.
Ja. Der Klimawandel wartet nicht auf Landschaftsschutz-Debatten. Aber: Die Gewinne dürfen nicht an Konzerne fliessen, während die Anwohner:innen den Lärm tragen. Lokale Beteiligung, demokratische Verfahren, faire Verteilung – das ist die Bedingung. Ein Windpark ohne soziale Gerechtigkeit ist nur ein neues Privileg für Wenige.
Aufstockung der Mittel für den Velo- und Fussverkehr
Würden Sie es befürworten, mehr Mittel für den Ausbau der Infrastruktur für den Velo- und Fussverkehr bereitzustellen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ganz klar: Ja! Diese Maßnahmen kommen sowohl der Umwelt als auch der Gesundheit aller Menschen zugute. Sie sollten durch kostenlose Fahrradkurse und weitere Anreize zur Umstellung ergänzt werden (wie dies in der Stadt Freiburg teilweise bereits der Fall ist, beispielsweise durch die Subventionierung von E-Bikes).
Ganz klar Ja! Diese Massnahmen kommen sowohl der Umwelt sowie der Gesundheit aller Menschen zu Gute. Sie sollte begleitet werden durch gratis Velofahrkurse und weitere Anreize zur Umstellung (wie dies in der Stadt Freiburg teilweise bereits der Fall ist, als Beispiel die Subventionierung von elektrischen Velos).
Umwelt & Naturschutz
Unterstützung bei der Reduzierung des Pestizideinsatzes
Befürworten Sie, dass der Kanton mehr Mittel zur Reduzierung des Pestizideinsatzes bereitstellt (z. B. finanzielle Unterstützung für Landwirte während der Umstellungsphase)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Diese Maßnahme ist unbedingt notwendig und ein wichtiger Anreiz für Landwirtinnen und Landwirte, um die anspruchsvolle Umstellung in Angriff nehmen zu können. Diese ist für einen wirksamen Klimaschutz von zentraler Bedeutung.
Diese Massnahme ist unbedingt notwendig und ein wichtiger Anreiz für Landwirt·innen, um die anspruchsvolle Umstellung angehen zu können. Diese ist für den effektiven Klimaschutz zentral.
Beschleunigung der Klimaneutralität
Sind Sie dafür, die Ziele des Freiburger Klimaplans zu verschärfen, um Klimaneutralität früher als 2050 zu erreichen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Absolut. Der diesjährige Sommer hat gezeigt, dass wir das Tempo der Klimaschutzmassnahmen drastisch beschleunigen müssen, damit wir allen Menschen im Kanton ein würdiges Leben ermöglichen und alle Lebewesen nachhaltig schützen können.
Absolut. Der diesjährige Sommer hat gezeigt, dass wir den Rythmus der Klimamassnahmen drastisch beschleunigen müssen, damit wir allen Menschen im Kanton ein würdiges Leben ermöglichen und sämtliche Lebewesen nachhaltig schützen können.
Anreize statt Verbote beim Klimaschutz
Soll der Kanton bei den Klimaschutzmassnahmen vollständig auf Anreize und Zielvereinbarungen setzen, statt auf Verbote und Einschränkungen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Nein – freiwillige Anreize haben sich weltweit als unzureichend erwiesen, weil sie die Lasten des Wandels auf die Ärmsten abwälzen und den Wettbewerb nach unten belohnen. Verbindliche Vorgaben sind das Instrument, um den Rahmen für einen gerechten Wandel zu schaffen. Diese müssen mit sozialer Absicherung einhergehen: Entschädigungen für betroffene Arbeitnehmer, bezahlbarer Wohnraum, kostenloser öffentlicher Nahverkehr und garantierte Mindesteinkommen.
Nein – freiwillige Anreize haben sich weltweit als unzureichend erwiesen, weil sie die Lasten der Transformation auf die Ärmsten abwälzen und den Wettbewerb nach unten belohnen. Verbindliche Vorgaben sind das Werkzeug, um den Rahmen für eine gerechte Transformation zu setzen. Diese müssen mit sozialer Absicherung gekoppelt werden: Entschädigungen für betroffene Arbeitnehmende, bezahlbarer Wohnraum, Gratis-ÖV und garantierte Mindesteinkommen.
Entsiegelung und Begrünung
Soll der Kanton bebaute (versiegelte) Oberflächen stärker begrünt werden (z.B. mehr Rasenflächen, Fassadenbegrünungen, klimaresistente Bäume und Bepflanzungen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja – Begrünung ist kein freiwilliges ästhetisches Projekt, sondern eine Maßnahme der öffentlichen Gesundheitsvorsorge: Wärmeinseln treffen stark bebaute Stadtviertel und ältere Menschen am härtesten, und der Kanton ist verpflichtet, diese Infrastruktur auszubauen, anstatt sie an private Initiativen zu delegieren.
Ja – Begrünung ist kein freiwilliges Ästhetikprojekt, sondern öffentliche Gesundheitsvorsorge: Hitzeinseln treffen starkt verdichtete Quartiere und ältere Menschen am härtesten, und der Kanton hat die Pflicht, diese Infrastruktur auszubauen, statt sie an private Initiativen zu delegieren.
Politisches System & Medien
"Digital Only"-Prinzip
Finden Sie es richtig, wenn die Verwaltung dazu übergeht, vor Ort (am Schalter) erbrachte Dienstleistungen abzubauen zugunsten von reinen Online-Angeboten ("Digital Only"-Prinzip)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Nein – ein reines „Digital-Only“-Prinzip schließt alle Menschen aus, die keinen Zugang zu digitaler Technik haben: ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Mobilität, Haushalte ohne stabile Internetverbindung. Der Schalter ist keine veraltete Annehmlichkeit, sondern Teil der Daseinsvorsorge und muss als öffentliches Angebot erhalten bleiben, auch wenn digitale Kanäle ergänzend ausgebaut werden.
Nein – ein reines «Digital Only»-Prinzip schliesst sämtliche Menschen aus, die keinen Zugang zu Digitaltechnik haben: ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Mobilität, Haushalte ohne stabile Internetverbindung. Der Schalter ist keine veraltete Bequemlichkeit, sondern Teil der Daseinsvorsorge und muss als öffentliches Angebot erhalten bleiben, auch wenn digitale Kanäle ergänzend ausgebaut werden.
Finanzielle Unterstützung für lokale Medien
Soll der Kanton die Berichterstattung in regionalen Medien zur kantonalen Politik finanziell unterstützen (z.B. über eine Förderstiftung)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Enge Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU
Befürworten Sie engere Beziehungen zur Europäischen Union (EU)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Haushalt für internationale Entwicklung
Sollte der Kanton Freiburg seine finanzielle Unterstützung für die Entwicklungszusammenarbeit erhöhen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Sicherheit & Polizei
Ersetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU
Soll die Schweiz das Schengen-Abkommen mit der EU kündigen und wieder verstärkte Personenkontrollen direkt an der Grenze einführen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Schengen ist Ausdruck einer europäischen Integration, die über nationale Grenzen hinweg Solidarität und Freizügigkeit ermöglicht. Ein Austritt wäre ein nationaler Alleingang, der die Schweiz international isolieren und die bilateralen Verträge gefährden würde. Grenzkontrollen treffen Migrant:innen, Geflüchtete und Geringverdienende überproportional – also genau jene Gruppen, die sich keine Umwege leisten können. Sie sind ein Instrument der sozialen Selektion, nicht der „Sicherheit“.
Schengen ist Ausdruck einer europäischen Integration, die über nationale Grenzen hinweg Solidarität und Freizügigkeit ermöglicht. Eine Kündigung wäre ein nationaler Alleingang, der die Schweiz international isoliert und die bilateralen Verträge gefährdet. Grenzkontrollen treffen überproportional Migrant:innen, Geflüchtete und Geringverdienende – also genau die Gruppen, die sich keine Umwege leisten können. Sie sind ein Instrument der sozialen Selektion, nicht der „Sicherheit".
Verstärkte Überwachungsmassnahmen
Würden Sie eine Ausweitung der Überwachungsmöglichkeiten der Polizei (z. B. automatisierte Fahrzeugsuche) befürworten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Automatisierte Fahrzeugsuchen sind kein gezieltes Instrument gegen konkrete Bedrohungen. Sie sind ein flächendeckendes Überwachungssystem, das jeden und jede erfasst, unabhängig davon, ob ein konkreter Verdacht besteht. Die Erfahrung zeigt: Überwachung betrifft nicht alle gleichermaßen. Sie trifft Migrant:innen, politische Aktivist:innen, Menschen ohne festen Wohnsitz und Jugendliche überproportional stark. Sicherheit entsteht nicht durch mehr Augen, sondern durch menschenwürdige Lebensbedingungen für alle.
Automatisierte Fahrzeugsuchen sind kein gezieltes Instrument gegen konkrete Bedrohungen. Sie sind ein flächendeckendes Überwachungssystem, das jeden und jede erfasst, unabhängig davon, ob ein konkreter Verdacht besteht. Die Erfahrung zeigt: Überwachung trifft nicht alle gleich. Sie trifft überproportional Migrant:innen, politische Aktivist:innen, Menschen ohne festen Wohnsitz, Jugendliche. Sicherheit entsteht nicht durch mehr Augen, sondern durch würdevolle Lebensbedingungen für alle.
Genehmigung von präventiven Durchsuchungen
Sollten in den Asylzentren des Bundes neben Identitätskontrollen auch vorbeugende Durchsuchungen zugelassen werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Vorbeugende Durchsuchungen bedeuten: ohne konkreten Verdacht, ohne Anlass, gegen Menschen, die um Schutz bitten. Das ist ein pauschaler Verdacht, keine Sicherheitsmaßnahme. Er trifft strukturell die Schwächsten – Menschen, die bereits durch ihre Fluchterfahrung traumatisiert sind und weder Rechtsbeistand noch Kenntnisse der Landessprache haben. Sicherheit entsteht durch Prävention und soziale Rahmenbedingungen, nicht durch Demütigung. Wer Schutzsuchende wie Verdächtige behandelt, hat auf Rechtsstaatlichkeit verzichtet.
Vorbeugende Durchsuchungen heissen: ohne konkreten Verdacht, ohne Anlass, gegen Menschen, die um Schutz bitten. Das ist ein Generalverdacht, keine Sicherheitsmassnahme. Er trifft strukturell die Schwächsten – bereits durch ihre Fluchterfahrung traumatisierte Menschen ohne Rechtsbeistand und Kenntnisse einer lokalen Sprache. Sicherheit entsteht durch Prävention und soziale Bedingungen, nicht durch Demütigung. Wer Schutzsuchende wie Verdächtige behandelt, hat auf Rechtsstaatlichkeit verzichtet.
Werthaltungen
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Kommentar
„Langfristig“ ist das Zauberwort, mit dem jede aktuelle Ungleichverteilung entschuldigt wird. Wem es heute kalt ist, dem nützt die langfristige Perspektive wenig. Und empirisch zeigt sich: Kapital konzentriert sich, es verteilt sich nicht. Die Kosten für Klimaschutz, Pflege und Wohnraum trägt die Gesellschaft, der Markt streicht den Gewinn ein. Das ist keine freie Marktwirtschaft, das ist eine Marktwirtschaft, die ihre Freiheit einseitig definiert: Freiheit für das Kapital, nicht für die Menschen.
„Langfristig" ist das Zauberwort, das jede aktuelle Ungleichverteilung entschuldigt. Wer heute in der Kälte steht, dem nützt die langfristige Perspektive wenig. Und empirisch zeigt sich: Kapital konzentriert sich, es verteilt sich nicht. Die Kosten für Klimaschutz, Pflege und Wohnraum bezahlt die Gesellschaft, der Markt nimmt den Profit. Das ist keine freie Marktwirtschaft, das ist eine Marktwirtschaft, die ihre Freiheit einseitig definiert: Freiheit für Kapital, nicht für Menschen.
Vollzeit-Kinderbetreuung
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Für ein Kind ist es am besten, wenn ein Elternteil Vollzeit für die Kinderbetreuung zu Hause bleibt."
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Diese Aussage tarnt soziale Ungleichheit als natürliche Ordnung. In der Praxis bleibt fast immer dieselbe Person zu Hause: die Mutter. Das führt zu wirtschaftlicher Abhängigkeit, schränkt ihre Entfaltung ein und verfestigt die Vorstellung, dass Care-Arbeit „weiblich“ und wertlos ist. Das Kind braucht ein Umfeld, in dem seine nächsten Bezugspersonen nicht in einer Hierarchie gefangen sind. Dafür braucht es mehr strukturelle Maßnahmen wie Kindertagesstätten und eine familienfreundliche Gesellschaft.
Die Aussage verkleidet eine soziale Ungleichheit als natürliche Ordnung. In der Praxis bleibt fast immer dieselbe Person zu Hause: die Mutter. Das erzeugt ökonomische Abhängigkeit, begrenzt ihre Entwicklung und zementiert die Vorstellung, dass Care-Arbeit „weiblich" und nichts wert ist. Das Kind braucht ein Umfeld, in dem sich seine nächsten Bezugspersonen nicht in einer Hierarchie verfangen. Dafür braucht es mehr strukturelle Massnahmen wie Kitas und eine familienfreundliche Gesellschaft.
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
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Die Aussage zielt völlig in die falsche Richtung. Bestrafung ist eine Reaktion, Wiedereingliederung ist Prävention. Wer nur bestraft, verursacht Rückfälle – und damit mehr Kriminalität, mehr Kosten, mehr Leid. Und wer „kriminell“ sagt, meint in der Regel: arm, obdachlos, psychisch krank, suchtkrank. Die Frage lautet nicht „Wie bestrafe ich das?“, sondern „Warum ist diese Person hier?“ Die Antwort liegt fast nie in der Person selbst, sondern in den gesellschaftlichen Verhältnissen.
Die Aussage setzt ein völlig falsches Ziel. Bestrafung ist Reaktion, Wiedereingliederung ist Prävention. Wer nur bestraft, produziert Rückfälle – und damit mehr Kriminalität, mehr Kosten, mehr Leid. Und wer „kriminell" sagt, meint in der Regel: arm, obdachlos, psychisch krank, suchtkrank. Die Frage ist nicht „wie bestrafe ich das?", sondern „warum ist diese Person hier?" Die Antwort liegt fast nie in der Person, sondern in den gesellschaftlichen Verhältnissen.
Umweltschutz vor Wirtschaftswachstum
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zu Lasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
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Umweltschutz ist notwendig. Aber „auf Kosten des Wirtschaftswachstums“ ist die falsche Formulierung. In Wirklichkeit ist es die derzeitige Wirtschaftslogik – Ausbeutung, Verschleiß, Gewinnmaximierung –, die die Umwelt zerstört. Die Frage lautet nicht „Wachstum oder Umwelt?“, sondern „Welches Wachstum, für wen?“ Und: Wer trägt die Kosten? In der Praxis sind es immer dieselben – die Arbeitenden, der Globale Süden, bereits benachteiligte Menschen. Deshalb: Umweltschutz ja, aber als gerechter Wandel.
Umweltschutz ist notwendig. Aber „zu Lasten des Wirtschaftswachstums" ist die falsche Formel. In Wirklichkeit ist es die aktuelle Wirtschaftslogik – Extraktion, Verschleiss, Profitmaximierung – die die Umwelt zerstört. Die Frage ist nicht „Wachstum oder Umwelt?", sondern „welches Wachstum, für wen?" Und: Wer zahlt die Kosten? In der Praxis sind dies immer dieselben – Arbeitende, der Globale Süden, bereits benachteiligte Menschen. Darum: Umweltschutz ja, aber als gerechte Transformation.
Kommentar
Jede Familie muss Zugang zu einem Platz in einer Kindertagesstätte und in der außerschulischen Betreuung haben. Dies gilt auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Die Einrichtungen müssen ein auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot bereitstellen.
Chaque famille doit avoir accès à une place en crèche et accueil extrascolaire. Aussi pour les enfants avec des besoins praticuliers. Les structures doivent proposer une offre adapté aux besoins.
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