Regula N. Keller
Grüne | 0601 | En uffizi
Sozialstaat, Familie & Gesundheit
Förderung gemeinnütziger Wohnungsbau
Soll der Kanton den gemeinnützigen Wohnungsbau stärker unterstützen (z. B. finanzielle Unterstützung von Wohnbaugenossenschaften, Bereitstellung von Bauland)?
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Ergänzungsleistungen für Familien
Sollen im Kanton Ergänzungsleistungen für Familien mit tiefem Einkommen eingeführt werden?
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Kinder dürfen nicht unter Armut leiden - da ist der Staat, aber auch die Wirtschaft in der Verantwortung. Faire Löhne und familienfreundliche Rahmenbedingungen sind jedoch der bessere Weg als Ergänzungsleistungen.
Verschärfung Sozialhilfe
Befürworten Sie eine Verschärfung des Sozialhilfegesetzes (z. B. Begrenzung der Zulagen, tieferes Existenzminimum)?
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Ein generell tieferes Existenzminimum oder eine generelle Begrenzung der Zulagen lehne ich ab. Der Staat soll die Möglichkeit haben, bei klarem MIssbrauch eingreifen zu können - aber eine generell Abstrafung wegen einzelner Missbrauchsfällie
Erhöhung Prämienverbilligung
Soll die Prämienverbilligung erhöht werden, so dass niemand mehr als 10 % seines verfügbaren Einkommens für die Krankenversicherung bezahlen muss?
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Darüber hat das Schweizer Volk schon mit Nein abgestimmt - und der Kanton Glarus hat an der Landsgemeinde 2026 eine Verbesserung zum heutigen System traktandiert: Wer Anspruch hat, bekommt automatisch die IPV - und mehr Menschen werden berücksichtigt. Keine perfekte Lösung, aber eine Verbesserung.
Unterstützung pflegender Angehöriger
Sollen Personen, die Angehörige (Erwachsene mit Hilflosenentschädigung) pflegen, mehr finanzielle Unterstützung vom Kanton erhalten?
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Seit einigen Jahren erhalten pflegende Angehörige im Kanton Glarus eine Entschädigung - das ist wichtig und war längst überfällig. Es muss aber nicht mehr Geld gesprochen werden, sondern sichergestellt sein, dass das Geld bei den pflegenden Angehörigen landet (und nicht bei diversen privaten Spitex-Organisationen) und diese gut begleitet werden.
Senkung der Psychotherapie-Tarife
Glarus hat als erster Kanton im Jahr 2025 die provisorischen Tarife für psychologische Psychotherapie von 155 auf 140 Franken gesenkt. Begrüssen Sie diesen Entscheid?
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Obwohl ich der landrätlichen Kommission für Soziales und Gesundheit angehöre, nehme ich nicht für mich in Anspruch, die komplexe Tarifausgestaltung und Festsetzung zu verstehen. Die Senkung hat aber meines Wissens für die Versorgung im Kanton Glarus negative Auswirkungen gehabt, es gab wohl eine Abwanderung von Anbieter*innen. Und als Lehrerin merke ich an: Es gibt zu viele Jugendliche, die auf einen Termin warten müssen...
Schule & Bildung
Separativer Unterricht
Befürworten Sie eine Wiedereinführung von separaten Förderklassen für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten an der Volksschule?
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Der integrative Weg ist der bessere Weg - davon bin ich als Lehrerin überzeugt. Es braucht dafür aber gute Rahmenbedingungen, genügend Unterstützung für die Lehrpersonen durch Heilpädagog*innen, sprich genügend Ressourcen. Und ja - nicht jedes Kind mit Verhaltensauffälligkeiten kann integriert werden, dafür braucht es weiterhin Sondersettings, aber keine Rückkehr zum alten Modell mit Förderklassen/"Sonderklassen". Auch der LCH (Lehrer*innen Schweiz) vertritt grundsätzlich diese Haltung.
Gleiche Bildungschancen
Soll sich der Kanton stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z. B. mit Förderunterricht-Gutscheinen für Schüler/-innen aus Familien mit geringem Einkommen, Erhöhung Stipendien)?
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Eine "gerechte" Gesellschaft braucht Chancengleichheit. Und Zugang zu Bildung, auch höherer Bildung, ist dafür ganz entscheidend.
Förderung von Kinderbetreuungsangeboten
Soll der Kanton das Angebot für die vorschulische Kinderbetreuung (z. B. Kinderkrippen und Horte) finanziell stärker unterstützen?
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Wir sind auch hier wieder beim komplexen Thema Tarife (siehe Frage 6 im vorherigen Teil) und wie die Kosten für einen einzelnen Betreuungsplatz zwischen Staat und Eltern aufgeteilt werden. Die Schweiz ist im internationalen Vergleich in Bezug auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf schlecht aufgestellt, dazu gehören auch Krippen und Horte. Die Gesellschaft als Ganzes, aber vor allem auch Firmen müssen sich hier mehr engagieren.
Schulnoten statt Lernberichte
Soll im Kanton auf Primarstufe weiterhin mit Schulnoten gearbeitet werden (statt Lernberichte)?
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Ich unterrichte an der Kantonsschule - da sind Noten und nicht Lernberichte üblich. Eine Lehrperson der Primarschule kommt hier vielleicht zu einer anderen Einschätzung. Wichtig ist, dass man transparent über die Notengebung informiert. Und ich denke an den Aufwand: aussagekräftige Lernberichte schreiben ist sehr aufwändig.
Migration & Integration
Stimmrecht für Ausländer/-innen
Sollen Ausländer/-innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene im Kanton Glarus erhalten?
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Unbedingt! Wir GRÜNEN haben uns an der Landsgemeinde 2025 dafür eingesetzt, dass die Gemeinden die Möglichkeit hätten, das Stimm- und Wahlrecht für Menschen ohne Schweizer Pass einzuführen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Verschiedene Kantone kennen dieses Modell, so Graubünden. Die Hürden für die Einbürgerung sind in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch!
Direkte Aufnahme von Geflüchteten
Soll sich der Kanton dafür einsetzen, dass mehr Geflüchtete aus Lagern direkt vor Ort (z. B. Griechenland, Gaza) in der Schweiz aufgenommen werden (sogenannte Resettlement-Flüchtlinge)?
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Auf dem Fluchtweg sterben zu viele Menschen - es braucht andere Lösungen. Das Elend in Lagern in Griechenland oder die Bilder aus Gaza verlangen ein anderes Vorgehen. Ich bin beim eher ja, weil ich nicht weiss, wie das Resettlement-Vorgehen in die Praxis umgesetzt werden kann - und es braucht länderübergreifende Lösungen.
Strengere Sozialhilfe-Regeln für Geflüchtete
Soll der Kanton die Regeln zum Bezug von Sozialhilfe für Geflüchtete verschärfen (z. B. Möglichkeit zur Kürzung des Grundbedarfs je nach Integration)?
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Geflüchtete stehen vor grossen Herausforderungen: Traumata, Sprache, Verlust von und Sorge um Familienangehörige, fehlende Anerkennung Diplome... Integration ist schnell gefordert, aber nicht so leicht umzusetzen. Bei der Kürzung von Sozialhilfegeldern anzusetzen, ist der falsche Weg. Und ja - Integration muss das Ziel sein!
Verschärfung Einbürgerung
Soll das kantonale Einbürgerungsgesetz verschärft werden (z. B. höhere Anforderungen an die Sprachkenntnisse)?
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Siehe auch meine Antwort zu Frage 1 in diesem Teil. Die Hürden für die Einbürgerung sind generell in der Schweiz zu hoch, da muss der Kanton nicht noch mehr verschärfen. Ich bin für die Initiative "Vier-Viertel", die einheitliche Einbürgerungsregeln schweizweit verlangt.
Begrenzung der Wohnbevölkerung
Befürworten Sie die nationale Volksinitiative, welche die ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz auf maximal 10 Millionen Menschen begrenzen will (Abstimmung vom 14. Juni 2026)?
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Wie so oft: Die SVP liefert ein "Rezept" zwecks Problemlösung. Nur: Das Problem ist viel komplexer und darum kann der angebliche Lösungsvorschlag nicht funktionieren. Fragen zum Wachstum müssen wir uns stellen, ja, aber bitte wirklich nachhaltig und auf allen Ebenen (Konsum, Mobilität, Wirtschaft...)
Gesellschaft, Kultur & Ethik
Legalisierung Cannabis
Soll sich der Kanton für eine Legalisierung von Cannabis einsetzen?
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Der Cannabis-Konsum darf nicht verharmlost werden... Aber Verbote in diesem Bereich haben bislang wenig gebracht - und wir haben mit Fentanyl und Kokain wohl grössere Probleme. Bei den "harten Drogen" muss rasch gehandelt werden.
Behördenverbot geschlechtsneutraler Sprache
Soll kantonalen Stellen (Behörden, Schulen) die Verwendung von geschlechtsneutraler Sprache mittels Genderstern oder ähnlichen Zeichen in der schriftlichen Kommunikation verboten werden?
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Ich bin als Sprachlehrerin für Genauigkeit in der Sprache - und dabei hilft geschlechtsneutrale resp. geschlechtsgenaue Sprache. Das alte Vorgehen mit "Bei der männlichen Form sind Frauen mitgemeint" ist ungenau und nicht mehr zeitgemäss.
Ausbau Medienförderung
Befürworten Sie einen Ausbau der Medienförderung durch den Kanton (z. B. direkte Geldzahlungen an lokale Medien)?
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Qualitätsmedien sind für eine Demokratie überlebenswichtig! Jedoch sind immer weniger Menschen bereit, dafür Geld auszugeben. Und das merkt man den Redaktionen an (Grösse, Fachwissen,..). Von dem her ist eine Förderung und Unterstützung nötig. Allerdings müsste das auf Bundesebene resp. schweizweit passieren - so wie im "Massnahmenpaket für die Medien" 2022 vom Parlament in Bern beschlossen; leider wurde dieses Paket im fakultativen Referendum abgelehnt.
Rückzug aus Kulturförderung
Soll sich der Kanton aus der Kulturförderung zurückziehen?
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Der Kanton Glarus gibt eh schon (zu) wenig Geld aus - und vieles davon wird nicht aus dem ordentlichen Budget, sondern aus dem Lotteriefonds finanziert. Ich bin im Beirat des "Museums des Landes Glarus" Freulerpalast in Näfels und spreche aus Erfahrung. Das "Suchen" nach Geld sprich Sponsoring kostet so viel Zeit und Ressourcen - auch für sogenannte "kulturelle Leuchttürme" im Glarnerland.
Feuerwerksverbot
Soll der Kanton das Abbrennen von lärmverursachendem privatem Feuerwerk verbieten?
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Ich bin für ein Verbot - zu Gunsten der Umwelt (Abfall, Luftqualität), der Tiere (die unter dem Lärm leiden) und der Menschen. Ich war Neujahr in Domat/Ems, dort gilt seit diesem Jahr ein privates Feuerwerkverbot. Das war schön, ich habe zum ersten Mal seit Jahren wieder das Einläuten des neuen Jahres durch die Kirchenglocken gehört.
Finanzen & Steuern
Steuersenkungen
Befürworten Sie Steuersenkungen auf kantonaler Ebene in den nächsten vier Jahren?
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Angesichts von "Entlastungspaket" und "Verzichtsplanung" (inkl. Streichung Wartgeld für Hebammen in Höhe von 11'000 Franken) liegen Steuersenkungen nicht drin.
Sparanstrengungen
Sollen die Sparanstrengungen im Kanton erhöht werden (z. B. Verzicht auf nicht dringende Investitionen resp. Ausgaben)?
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siehe Frage 1
Steuer auf Zweitliegenschaften
Soll Glarus im Zuge der Abschaffung des Eigenmietwerts eine zusätzliche Steuer auf Zweitliegenschaften ermöglichen?
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Mit der Abschaffung des Eigenmietwertes verliert der Kanton eine wichtige Einnahmequelle. Bei der Abstimmung wurde von den Befürwortern gesagt, die Kantone könnten über die Besteuerung von Zweitliegenschaften einen (kleinen) Teil des Verlustes wettmachen - gehen wir also diesen Weg!
Einfrierung Stellenbestand
Soll der Kanton den Stellenbestand beim kantonalen Verwaltungspersonal einfrieren?
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Der Kanton Glarus hat schweizweit eine sehr schlanke Verwaltung; wir müssen flexibel bleiben und auf Veränderungen und neue Aufgaben auch mit allenfalls neuen Stellen reagieren können.
Wirtschaft & Arbeit
Unterstützung Sportbahnen
Soll der Kanton nach den Sportbahnen Elm auch die Sportbahnen Braunwald mit zehn Millionen Franken unterstützen?
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Hängt vom Projekt ab, das Braunwald entwickelt! Zu hoffen ist, dass es ein gutes, nachhaltiges, ganzjähriges Projekt ist. Entscheidend ist Qualität, reelle Kosten, Nutzen - und dann wird über die Summe entschieden!
Einführung Mindestlohn
Befürworten Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden gültigen Mindestlohnes von CHF 4'200 für eine Vollzeitstelle (ca. CHF 24 pro Stunde)?
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Unbedingt - Arbeit muss fair entlohnt werden. Fr. 24.- pro Stunde ist nicht "überrissen", siehe auch Frage 2 im ersten Teil.
Kontrolle Lohngleichheit Frauen/Männer
Befürworten Sie eine strengere Kontrolle der Lohngleichheit von Frauen und Männern (z. B. bei Unternehmen, die kantonale Aufträge erhalten)?
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Nicht nur Kontrolle, sondern auch Massnahmen... Nach wie vor liegt der Lohngap in der Schweiz bei 16%!
Steueranreize für Ansiedlung neuer Firmen
Soll Glarus die Ansiedlung neuer Firmen im Kanton steuerlich unterstützen?
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Kein "nein", weil eine Firma, die Solar-Panels in Glarus Süd herstellt und auf dem Schienenweg an- und ausliefert, schon toll wäre... Aber grundsätzlich liefern die Schweiz und Glarus gute Rahmenbedingungen, da braucht es nicht auch noch ein Steuergeschenk und interkantonale Konkurrenz.
Weniger Regulierungen für Unternehmen
Sollen Kanton und Gemeinden die Regulierungen und Auflagen für Unternehmen reduzieren (z. B. bei Bau- und Lärmvorschriften)?
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Wir haben eine Gesetzgebung, die viele Faktoren berücksichtigt. Wirtschaften muss möglich sein, hat aber auch Rücksicht zu nehmen auf Mensch und Umwelt.
Umwelt & Energie
Förderung nachhaltiger Tourismus
Soll sich der Kanton stärker für einen nachhaltigen Tourismus einsetzen (z. B. höhere Parkgebühren oder strengere Nachhaltigkeitskriterien für Förderbeiträge)?
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Wir bräuchten ein Tourismuskonzept, das auf Nachhaltigkeit Wert legt. Over-Tourisms bedroht auch Orte im Kanton Glarus (bspw. Klöntal).
Ökologische Auflagen Landwirtschaft
Soll der Kanton die ökologischen Anforderungen für verpachtete Landwirtschaftsflächen erhöhen (z. B. Verbot synthetischer Pestizide)?
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Die Belastung in landwirtschaftlich genutzten Böden nimmt zu - strengere ökologische Auflagen bei Verpachtungen sind zu begrüssen, gerade was Pestizide angeht.
Schutz Grossraubtiere
Soll Glarus den Schutz der Grossraubtiere (Wolf und Luchs) stärker gewichten (z. B. Reduktion der präventiven Abschüsse)?
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Momentan sind präventive Abschüsse in der Schweiz möglich - 125 Abschüsse wurden 2024/25 bewilligt, 92 sind erfolgt, sehr viele! Mit gutem Herdenschutz und dem Erlegen problematischer Wölfe ist ein Miteinander möglich.
Bau von Windkraftwerken
Befürworten Sie den Bau von Windkraftwerken im Kanton (z. B. Linthebene, Gebiet Vorab)?
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Windkraft ist eine notwendige Ergänzung für die nachhaltige Energiegewinnung. Windkraft soll dort genutzt werden, wo die Infrastruktur schon vorhanden ist (Siedlungsraum resp. bereits intensiv genutzte Berggebiete, allenfalls eben auch der Vorab)
Förderung erneuerbarer Energien
Soll der Kanton die Produktion und Nutzung von erneuerbaren Energien finanziell stärker fördern?
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Die Reduktion von Treibhausgasen muss rascher vorangehen. Neben Verboten (keine neuen fossilen Heizungen mehr in GL) soll ein finanzielles Anreizsystem helfen, dass Private rascher auf erneuerbare Energie umstellen.
Anreize statt Verbote in der Klimapolitik
Soll der Kanton zur Erreichung der Klimaziele vollständig auf finanzielle Anreize statt auf Verbote setzen?
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Es braucht Verbote - mehr als bisher. Auf die vielbeschworene "Selbstverantwortung" zu setzen, bringt uns nicht rasch genug voran!
Verkehr & Raumplanung
Verdichtetes Bauen
Befürworten Sie eine stärkere Verdichtung der bestehenden Siedlungszonen (z. B. verdichtete Überbauungen, höhere Gebäude)?
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Lieber bestehenden Siedlungsraum verdichten als auf der "grünen Wiese" bauen. Ich sage das im Wissen, dass es aufwendig ist, qualitativ dicht zu bauen - aber es ist möglich!
Autofreie Sonntage Klöntal
Befürworten Sie an den autofreien Sonntagen im Klöntal («Slow Sundays») ein strikteres Fahrverbot für den Verkehr talein- und talauswärts (nur noch Postauto und Blaulichtorganisationen)?
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Wir sprechen von drei Sonntagen im Jahr, an denen tagsüber nicht mit dem Privatauto ins und aus dem Klöntal gefahren werden kann. Begründete Ausnahmen sind möglich (Anwohner*innen, Hotelgäste…) Die Jungen Grünen und die GRÜNEN hatten die Idee der Slow Sundays aufgebracht, die Landsgemeinde stimmte zu. Bei der vom RR erstellten Verordnung ist jetzt aber drin, dass man jederzeit aus dem Tal fahren kann. Das ist nicht mehr begründet, sondern freie Fahrt…
Ausbau öffentlicher Verkehr
Soll der Kanton mehr Mittel für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs bereitstellen?
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Glarus Süd wartet immer noch auf den Halbstunden-Takt, Glarus Nord benötigt teilweise den Viertelstundentakt…
Ausbau Tempo 20/30
Sollen im Kanton vermehrt Tempo 30- und Tempo 20-Zonen (Begegnungszonen) eingerichtet werden?
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Oft ist der verlangsamte Verkehr der flüssigere Verkehr .. und die Lebensqualität in den Quartieren steigt.
Förderung motorisierter Individualverkehr
Befürworten Sie zusätzliche Massnahmen zugunsten des motorisierten Individualverkehrs (z. B. Beseitigung von Engpässen, Umfahrungsstrassen, Kapazitätsausbau, Parkplätze)?
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«Mehr Strassen bringen mehr Verkehrt». Dies ist zugegeben eine alte Aussage, aber sie stimmt nach wie vor. Das Auto hat seinen berechtigten Platz in gesamtheitlichen Betrachtungen der Mobilität. Die Umfahrungen liegen jetzt beim Bund (Näfels / Netstal), die bestimmen den Zeitplan. Umfahrung Glarus: Der Kanton kann sich die Umfahrung alleine nicht leisten. Sollte es eine Möglichkeit mit dem Bund geben, muss das angeschaut werden. Aber: "Kein Ausbau ohne Rückbau." Entlastung für die Dörfer!
Politisches System & Digitalisierung
Ausschliesslich digitale Kantonsverwaltung
Soll der Kanton dazu übergehen, seine Dienstleistungen nur noch digital anzubieten ("Digital-Only"-Prinzip)?
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Es muss weiterhin möglich sein, «analog» mit dem Kanton zu verkehren. Nicht nur, aber auch im Hinblick auf ältere Personen.
Ausbau Entwicklungszusammenarbeit
Soll Glarus sein finanzielles Engagement bei der Entwicklungszusammenarbeit ausbauen?
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Soll die Schweiz die Entwicklungszusammenarbeit ausbauen? Dann lautet meine Antwort ja! Aber jeder Kanton für sich?
Verzicht Vorgaben zum Geschlechterverhältnis
Soll der Kanton bei der Besetzung von Kaderstellen in der Verwaltung auf Vorgaben zum Geschlechterverhältnis verzichten?
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Diverse Teams arbeiten besser – das ist belegt. Der Kanton soll weiterhin beim Kader auf das Geschlecherverhältnis achten.
Sicherheit & Polizei
Ausbau Videoüberwachung
Befürworten Sie einen Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Raum?
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China ist ein Land mit Total-Überwachung, der «gläserne Mensch». Ein Gedanke, der mich erschreckt. Und ich fühle mich sicher in Glarus. Darum bin ich eigentlich für ein Nein. Ich habe mich aber für ein «eher nein» entschieden, weil es wohl nicht allen (Frauen) so geht.
Polizeidienst für Ausländer/-innen
Im Kanton Glarus ist für den Polizeidienst die Schweizer Staatsangehörigkeit erforderlich. Sollen in Zukunft auch Ausländer/-innen mit C-Niederlassungsbewilligung zugelassen werden?
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Baselstadt oder Schwyz kennen diese Regelung bereits, dort kann man sich mit dem C-Ausweis bewerben. Gute Polizeiarbeit ist meines Erachtens nicht an die Staatsbürgerschaft gebunden, sondern eine Frage von Fähigkeiten und «Charakter».
Erhöhte Polizeipräsenz
Befürworten Sie eine stärker sichtbare Präsenz der Polizei?
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Mein Sicherheitsgefühl hängt nicht davon ab, ob ich regelmässig Polizist*innen auf der Strasse sehe… Aber die Polizist*innen müssen gut ausgebildet sein.
Engagement gegen häusliche Gewalt
Soll sich der Kanton stärker gegen häusliche Gewalt engagieren (z. B. Präventionskampagnen, Förderung von Schutzinstitutionen für betroffene Frauen)?
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Frederick Hefti (Junge Grüne) hat als Landrat 2023 eine Motion eingebracht und durchgebracht, die besseren Schutz für die Opfer häuslicher Gewalt forderte. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass der Kanton Glarus noch mehr machen könnte und sollte. (Umsetzung Istanbul-Konvention…) Femizide steigen in der Schweiz, es gibt zu wenig Plätze in Frauenhäusern/ Schutzhäusern…
Werthaltungen
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Ich gehe mal davon aus, dass damit die in der Schweiz vorherrschende sozial-ökologische Marktwirtschaft gemeint ist. Dabei ist der freie Markt «reguliert» durch Vorgaben des Staates: AHV, IV, Arbeitszeit, Ferien, Sicherheit, Umweltschutz... Bei der "wirklich" freien Marktwirtschaft wäre ich bei einer 1, da dort das Recht des Stärkeren gilt.
Vollzeit-Kinderbetreuung
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Für ein Kind ist es am besten, wenn ein Elternteil Vollzeit für die Kinderbetreuung zu Hause bleibt."
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Ideal wäre, wenn beide Elternteile gleichberechtigt für das Kind da sind: 50% Erwerbsarbeit, 50% Kinderbetreuung… So wäre die Betreuung innerhalb der Familie gewährleistet und beide Elternteile hätten aber auch die Möglichkeit, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Da obiges Modell finanziell nicht immer aufgeht und die Altersvorsorge damit im Falle einer Scheidung nicht abgedeckt wäre, bin ich pragmatisch bei 70% Erwerbsarbeit pro Elternteil. Krippe und Hort bieten interessante Lernorte....
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
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Strafe und Resozialisierung schliessen sich ja nicht aus, es ist ja nicht ein entweder-oder. Resozialisierung muss das Ziel sein. Sonst müssten Täter*innen ja für immer weggesperrt werden. (Ich spreche hier nicht vom Fall von Verwahrungen…). Der Opferschutz muss jedoch ausgebaut werden.
Umweltschutz
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zu Lasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
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Die Wirtschaft ist langfristig von einer möglichst intakten Umwelt abhängig – zerstören wir die Umwelt zu sehr, nützt auch eine starke Wirtschaft nichts mehr… Wir können uns ein unbeschränktes Wachsen nicht leisten.
Commentari
Hier sind vor allem auch die Gemeinden gefragt als "Bodenbesitzerinnen" - aber auch der Kanton kann günstigere Rahmenbedingungen schaffen. Ein Ziel neben günstigem Wohnraum soll sein, dass Wohnanlagen entstehen mit einer spannenden gesellschaftlichen Durchmischung und hochpreisigere Wohnungen zur Quersubventionierung genutzt werden können.