Bora Obucina
Die Mitte | 12.12.2
Sozialstaat, Familie & Gesundheit
Förderung gemeinnütziger Wohnungsbau
Soll der Kanton den gemeinnützigen Wohnungsbau finanziell stärker fördern (z.B. finanzielle Unterstützung von Wohnbaugenossenschaften)?
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Ergänzungsleistungen für Familien
Sollen im Kanton Bern Ergänzungsleistungen für Familien mit tiefem Einkommen eingeführt werden?
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Ergänzungsleistungen können Familien in schwierigen Situationen gezielt entlasten und Armut vorbeugen. Entscheidend ist, dass sie treffsicher ausgestaltet sind, Arbeitsanreize erhalten bleiben und die Unterstützung insbesondere Familien zugute kommt, die trotz Erwerbstätigkeit kaum über die Runden kommen.
Verschärfung Sozialhilfe
Befürworten Sie Verschärfungen im Bereich der Sozialhilfe (z.B. vereinfachte Überwachung bei Verdacht auf Missbrauch)?
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Missbrauch soll konsequent bekämpft werden, doch pauschale Verschärfungen und erleichterte Überwachung untergraben das Vertrauen in den Sozialstaat. Wichtiger sind funktionierende Kontrollen, Rechtsstaatlichkeit und eine Sozialhilfe, die Menschen unterstützt, statt sie unter Generalverdacht zu stellen.
Ausbau Elternzeit
Soll die bezahlte Elternzeit über die aktuellen 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und zwei Wochen Vaterschaftsurlaub hinaus ausgebaut werden?
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Eine moderat ausgebaute Elternzeit stärkt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und fördert die Gleichstellung. Der Ausbau muss jedoch finanziell tragbar sein, schrittweise erfolgen und insbesondere KMU sowie landwirtschaftliche Betriebe im Oberaargau nicht übermässig belasten.
Erhöhung Prämienverbilligung
Soll die Prämienverbilligung erhöht werden, so dass niemand mehr als 10% seines verfügbaren Einkommens für die Krankenversicherung bezahlen muss?
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Steigende Krankenkassenprämien belasten Haushalte mit tiefem und mittlerem Einkommen stark. Eine Erhöhung der Prämienverbilligung ist sinnvoll, muss aber realistisch finanziert und sozial ausgewogen umgesetzt werden, damit die Kantonsfinanzen stabil bleiben und gezielt jene entlastet werden, die es wirklich brauchen.
Kantonale Spitalplanung
Befürworten Sie eine stärkere Steuerung der Spitalplanung und Gesundheitsversorgung durch den Kanton (z.B. Konzentration der Gesundheitsleistungen)?
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Eine koordinierte Spitalplanung kann Qualität, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit verbessern. Dabei ist wichtig, Doppelspurigkeiten abzubauen, ohne die wohnortsnahe Grundversorgung im ländlichen Raum und im Oberaargau zu gefährden.
Schule & Bildung
Integrative Schule
Gemäss dem Konzept der integrativen Schule werden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen grundsätzlich in regulären Schulklassen unterrichtet. Befürworten Sie dies?
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Die integrative Schule fördert Chancengleichheit und soziale Teilhabe. Sie funktioniert jedoch nur, wenn genügend Fachpersonen, kleinere Klassen und ausreichend Ressourcen vorhanden sind, damit Lehrpersonen entlastet werden und alle Kinder angemessen gefördert werden können.
Separativer Unterricht
Sollten Kinder mit geringen Deutschkenntnissen zunächst in separaten Klassen unterrichtet werden, bis sie ein bestimmtes Sprachniveau erreicht haben?
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Sprachförderung ist zentral, doch eine längere Separation erschwert die Integration. Sinnvoller sind gezielte, intensive Sprachförderangebote innerhalb oder eng gekoppelt an die Regelklassen, damit Kinder möglichst rasch am schulischen und sozialen Alltag teilnehmen können.
Erste Fremdsprache Englisch
Soll im Kanton Bern anstelle einer Landessprache (Französisch bzw. Deutsch) Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet werden?
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Die Landessprachen sind zentral für den nationalen Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis in der Schweiz. Englisch ist wichtig, soll aber ergänzend unterrichtet werden und nicht zulasten von Deutsch und Französisch als verbindende Sprachen unseres Landes.
Gleiche Bildungschancen
Soll sich der Kanton stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z.B. mit Förderunterricht-Gutscheinen für Schüler/-innen aus Familien mit geringem Einkommen, Erhöhung Stipendien)?
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Gleiche Bildungschancen sind eine zentrale Voraussetzung für sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Perspektiven. Zusätzliche Förderinstrumente und ausreichend ausgestattete Stipendien helfen, Talent und Leistung unabhängig vom Elternhaus zu ermöglichen.
Migration & Integration
Stimmrecht für Ausländer/-innen
Sollen Ausländer/-innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene im Kanton Bern erhalten?
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Wer seit vielen Jahren hier lebt, arbeitet und sich lokal engagiert, soll auf Gemeindeebene mitbestimmen können. Wichtig sind klare Voraussetzungen wie eine lange Aufenthaltsdauer, gute Integration und Rechtskonformität, damit das Stimmrecht Ausdruck tatsächlicher Verwurzelung in der Gemeinde ist.
Direkte Aufnahme von Geflüchteten
Soll sich der Kanton Bern dafür einsetzen, dass mehr Geflüchtete aus Lagern direkt vor Ort (z.B. Griechenland, Gaza) in der Schweiz aufgenommen werden (sogenannte Resettlement-Flüchtlinge)?
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Das Resettlement-Programm ermöglicht eine geordnete und humanitäre Aufnahme besonders schutzbedürftiger Menschen. Entscheidend ist, dass die Aufnahme in einem realistischen Rahmen erfolgt und Kantone sowie Gemeinden – auch im Oberaargau – bei Unterbringung, Integration und Finanzierung ausreichend unterstützt werden.
Integrationsförderung Ausländer/-innen
Soll der Kanton Bern Ausländer/-innen bei der Integration stärker unterstützen (z.B. ausgebaute Sprachförderung, zusätzliche Sozialarbeiter/-innen)?
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Gute Integration ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und in die Sicherheit. Frühzeitige Sprachförderung und gezielte Unterstützung helfen, Abhängigkeit von Sozialleistungen zu vermeiden und ermöglichen eine raschere Teilnahme am Arbeits- und Gemeinschaftsleben.
Verschärfung Einbürgerungsrecht
Soll das kantonale Einbürgerungsgesetz verschärft werden (z.B. höhere Sprachkenntnisse)?
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Die heutigen Anforderungen sind bereits anspruchsvoll und sichern eine gute Integration. Zusätzliche Verschärfungen würden gut integrierten Menschen unnötige Hürden auferlegen, statt den Fokus auf Sprachförderung und erfolgreiche Integration im Alltag zu legen.
Bezahlkarten für Asylsuchende
Begrüssen Sie die Einführung von Bezahlkarten für Asylsuchende (anstelle von Bargeld)?
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Bezahlkarten können punktuell Ordnung schaffen, schränken aber die Selbstständigkeit und Würde der Betroffenen stark ein. Wichtiger ist eine transparente Verwendung der Mittel und eine rasche Integration, statt pauschale Einschränkungen, die wenig zur Akzeptanz beitragen.
Kündigung Bilaterale Verträge
Soll die Schweiz die Bilateralen Verträge mit der EU kündigen und ein Freihandelsabkommen ohne Personenfreizügigkeit anstreben?
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Die Bilateralen Verträge sind zentral für Arbeitsplätze, Wohlstand und Planungssicherheit, gerade für exportorientierte KMU im Oberaargau. Die Personenfreizügigkeit gehört dazu und soll mit flankierenden Massnahmen sozialverträglich ausgestaltet werden, statt den bewährten bilateralen Weg zu gefährden.
Gesellschaft, Kultur & Ethik
Erneuerung Kunstmuseum Bern
Der Kanton möchte sich mit rund 81 Mio. CHF an der Sanierung und dem Ersatzneubau des Kunstmuseums Bern beteiligen (Sanierung Altbau und Ersatz des sog. Atelier-5 Erweiterungsbaus). Befürworten Sie dies?
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Das Kunstmuseum Bern ist ein bedeutender Kultur- und Bildungsort mit nationaler Ausstrahlung. Die Investition ist vertretbar, wenn sie transparent umgesetzt wird, Kosten eingehalten werden und neben der Hochkultur auch regionale Kulturangebote im ganzen Kanton weiterhin angemessen unterstützt werden.
Legalisierung Cannabis
Soll sich der Kanton Bern für eine Legalisierung von Cannabis einsetzen?
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Eine kontrollierte Legalisierung mit klaren Regeln kann den Jugendschutz stärken, den Schwarzmarkt eindämmen und Prävention sowie Gesundheitsschutz verbessern. Voraussetzung sind strenge Auflagen, klare Zuständigkeiten und begleitende Aufklärungsarbeit, damit Risiken ernsthaft reduziert werden.
Verbot geschlechtsneutraler Sprache
Soll kantonalen Stellen (Behörden, Schulen) die Verwendung von geschlechtsneutraler Sprache mittels Genderstern oder ähnlichen Zeichen in der schriftlichen Kommunikation verboten werden?
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Ein Verbot greift unnötig in die Sprachfreiheit ein und schafft ideologische Fronten. Wichtig ist eine verständliche, respektvolle und situationsgerechte Sprache; wie diese konkret ausgestaltet wird, soll pragmatisch und nicht per Verbot geregelt werden.
Tierische Produkte in Kantinen
Sollen kantonseigene Kantinen und Personalrestaurants eine Verpflegung mit tierischen Produkten anbieten müssen (z.B. Verzicht auf rein vegane Mensen an der Universität)?
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Kantinen sollen eine ausgewogene Wahlfreiheit bieten und unterschiedliche Ernährungsformen berücksichtigen. Ein Zwang zur Angebotspflicht tierischer Produkte ist unnötig; entscheidend ist ein vielfältiges, gesundes und praktikables Angebot, das den Bedürfnissen von Mitarbeitenden und Studierenden gerecht wird.
Direkte Medienförderung
Befürworten Sie eine direkte Medienförderung durch den Kanton (z.B. finanzielle Unterstützung von Medien für die regionale und kantonale Berichterstattung)?
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ine gezielte Medienförderung kann die regionale Berichterstattung und die demokratische Meinungsbildung stärken, gerade in Rand- und ländlichen Regionen. Wichtig sind klare Kriterien, Transparenz und die Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit, damit keine staatliche Einflussnahme entsteht.
Finanzierung Landeskirchen
Der Kanton Bern unterstützt die Landeskirchen jährlich mit rund 73 Millionen Franken (Sockelbeitrag und gesamtgesellschaftliche Leistungen). Befürworten Sie dies?
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Die Landeskirchen erbringen wichtige gesamtgesellschaftliche Leistungen wie Seelsorge, soziale Arbeit und Betreuung in besonderen Lebenslagen. Die Unterstützung ist gerechtfertigt, wenn sie transparent ausgewiesen wird und sich klar auf diese Leistungen stützt, nicht auf religiöse Inhalte an sich.
Finanzen & Steuern
Steuersenkung
Befürworten Sie die geplante Senkung der Steueranlage auf kantonaler Ebene in den nächsten vier Jahren?
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Steuerentlastungen sind grundsätzlich attraktiv, dürfen aber nicht zulasten zentraler Leistungen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur gehen. Angesichts der finanziellen Herausforderungen sollte zuerst die Stabilität der Kantonsfinanzen gesichert werden, bevor Steuersenkungen umgesetzt werden.
Lockerung Schuldenbremse
Soll die kantonale Schuldenbremse gelockert werden?
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Die Schuldenbremse ist ein wichtiges Instrument für nachhaltige Finanzen und Generationengerechtigkeit. In begründeten Ausnahmefällen braucht es zwar Handlungsspielraum für Investitionen, doch eine generelle Lockerung würde die finanzielle Stabilität des Kantons gefährden.
Individualbesteuerung
Sollen Ehepaare künftig als Einzelpersonen besteuert werden (Individualbesteuerung)?
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Die Individualbesteuerung beseitigt die Heiratsstrafe und stärkt die Erwerbstätigkeit, insbesondere von Zweitverdienenden. Entscheidend ist eine faire Umsetzung, die Familien nicht benachteiligt und die administrativ praktikabel bleibt.
Anpassung Finanzausgleich
Der Kanton Bern hat den Finanzausgleich so angepasst, dass die Städte Burgdorf und Langenthal neu für Zentrumslasten entschädigt werden und die Stadt Bern weniger Geld erhält. Befürworten Sie dies?
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Die Anpassung trägt der tatsächlichen Rolle von Burgdorf und Langenthal als regionale Zentren Rechnung. Sie stärkt die dezentrale Kantonsstruktur und ist aus Sicht des Oberaargaus sachlich gerechtfertigt, solange der Finanzausgleich insgesamt ausgewogen bleibt.
Steuer auf Zweitliegenschaften
Soll der Kanton Bern im Zuge der Abschaffung des Eigenmietwerts eine zusätzliche Steuer auf Zweitliegenschaften ermöglichen?
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Wenn der Eigenmietwert wegfällt, braucht es einen fairen Ausgleich, damit Wohneigentum nicht übermässig privilegiert wird. Eine massvolle Steuer auf Zweitliegenschaften kann zur Steuergerechtigkeit beitragen und spekulativen Leerstand begrenzen.
Wirtschaft & Arbeit
Teilprivatisierung BEKB
Soll der Kanton Bern seine Beteiligung an der Berner Kantonalbank (BEKB) auf unter 50 Prozent reduzieren (Teilprivatisierung)?
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Die BEKB erfüllt als mehrheitlich kantonale Bank eine wichtige Rolle für die regionale Wirtschaft und die Versorgung von KMU. Eine Teilprivatisierung würde zwar kurzfristig Einnahmen bringen, langfristig aber Einfluss und Stabilität des Kantons schwächen.
Kantonaler Mindestlohn
Befürworten Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden gültigen Mindestlohnes von CHF 4'200 für eine Vollzeitstelle (ca. CHF 24 pro Stunde)?
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Faire Löhne sind wichtig, doch ein landesweit fixer Mindestlohn auf diesem Niveau berücksichtigt die Unterschiede zwischen Branchen und Regionen zu wenig. Sinnvoller sind branchenspezifische Lösungen über Gesamtarbeitsverträge und gezielte Massnahmen gegen Lohndumping.
Liberalisierung Geschäftsöffnungszeiten
Befürworten Sie eine vollständige Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten (Festlegung nach freiem Ermessen unter Berücksichtigung des Arbeitsgesetzes)?
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Eine vollständige Liberalisierung würde den Druck auf Angestellte und kleinere Betriebe erhöhen, ohne klaren Mehrwert für die Gesellschaft. Sinnvoller sind massvolle, regional abgestimmte Lösungen, die den Bedürfnissen der Kundschaft Rechnung tragen und gleichzeitig den Arbeitnehmerschutz sowie die Vielfalt des lokalen Gewerbes sichern.
Lohngleichheit Frauen/Männer
Befürworten Sie eine strengere Kontrolle der Lohngleichheit von Frauen und Männern (z.B. bei Unternehmen, die kantonale Aufträge erhalten)?
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Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist ein zentrales Gerechtigkeitsanliegen. Gerade bei Unternehmen, die öffentliche Aufträge erhalten, ist es legitim, klare Vorgaben und Kontrollen zu verlangen, um Vorbildwirkung und Fairness sicherzustellen.
Regulierung Taxi-Plattformen
Befürworten Sie eine stärkere Regulierung von Plattformen, die Taxidienste vermitteln (z.B. Bewilligungspflicht für Uber-Taxis)?
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Gleiche Regeln für alle sichern fairen Wettbewerb und den Schutz von Fahrgästen sowie Arbeitnehmenden. Plattformen müssen sich an dieselben Qualitäts-, Sicherheits- und Arbeitsstandards halten wie traditionelle Taxiunternehmen.
Service Public im ländlichen Raum
Soll der Kanton das Service-Public-Angebot (z.B. öffentlicher Verkehr, Verwaltungsdienstleistungen) in ländlichen Gebieten stärker unterstützen?
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Ein gut ausgebauter Service public ist entscheidend für gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Kanton. Gerade ländliche Regionen wie der Oberaargau sind auf verlässlichen öffentlichen Verkehr und gut erreichbare Verwaltungsdienstleistungen angewiesen, um attraktiv und lebenswert zu bleiben.
Umwelt & Energie
Aufhebung AKW-Neubauverbot
Soll sich der Kanton Bern für eine Aufhebung des Verbots für neue Atomkraftwerke einsetzen?
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Neue Atomkraftwerke sind langfristig teuer, riskant und zu wenig flexibel für die heutigen energiepolitischen Herausforderungen. Der Kanton soll stattdessen auf erneuerbare Energien, Effizienz und Versorgungssicherheit setzen, kombiniert mit technologieoffener Forschung ohne einen Richtungswechsel zurück zur Atomkraft.
Ökologische Auflagen Landwirtschaft
Soll der Kanton die ökologischen Anforderungen für verpachtete Landwirtschaftsflächen erhöhen (z.B. Verbot synthetischer Pestizide)?
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Der Kanton hat bei eigenen Pachtflächen eine Vorbildfunktion im Umwelt- und Gewässerschutz. Höhere ökologische Anforderungen sind sinnvoll, müssen aber praxisnah ausgestaltet und mit Beratung sowie Übergangsfristen begleitet werden, damit sie für die bäuerlichen Betriebe wirtschaftlich tragbar bleiben.
Förderung erneuerbarer Energien
Sollen die kantonalen Förderbeiträge für erneuerbare Energie im Gebäudebereich erhöht werden (z.B. für Heizungsersatz oder Ladeinfrastruktur für Elektromobilität)?
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Höhere Förderbeiträge beschleunigen den Umstieg auf erneuerbare Energien und entlasten langfristig Haushalte und Umwelt. Besonders im Gebäudebereich lassen sich grosse CO₂-Einsparungen erzielen, wenn Investitionen für Eigentümerinnen und Eigentümer – auch im ländlichen Raum – finanziell besser abgefedert werden.
Strengerer Tierschutz
Befürworten Sie strengere Tierschutzregelungen für die Haltung von Nutztieren (z.B. permanenter Zugang zum Aussenbereich)?
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Hohe Tierschutzstandards entsprechen den Erwartungen der Bevölkerung und der Verantwortung gegenüber den Tieren. Verschärfungen müssen jedoch schrittweise erfolgen und mit finanzieller Unterstützung verbunden sein, damit insbesondere bäuerliche Betriebe im Oberaargau sie umsetzen können.
Ausbau Wasserkraft
Befürworten Sie einen Ausbau der Wasserkraftwerke im Grimsel- und Sustengebiet?
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Der Ausbau der Wasserkraft stärkt die einheimische, erneuerbare Energieversorgung und die Versorgungssicherheit. Voraussetzung sind sorgfältige Umweltverträglichkeitsprüfungen, Ausgleichsmassnahmen und ein ausgewogener Schutz der alpinen Landschaften.
Schutz Grossraubtiere
Soll der Kanton Bern den Schutz der Grossraubtiere (Wolf und Luchs) stärker gewichten (z.B. Reduktion der präventiven Abschüsse)?
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Der Schutz von Wolf und Luchs ist wichtig, muss aber mit den berechtigten Anliegen der Landwirtschaft und der Alpbewirtschaftung in Einklang stehen. Ein pragmatisches Management mit Prävention, Entschädigungen und gezielten Eingriffen ist sinnvoller als ein einseitiges Höhergewichten des Schutzes.
Verkehr
ÖV-Ausbau
Soll der Kanton mehr Mittel für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs bereitstellen?
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Ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr entlastet Strassen, schützt das Klima und stärkt die Erreichbarkeit von Städten wie auch ländlichen Regionen. Zusätzliche Mittel sind sinnvoll, wenn sie gezielt in Angebotsverbesserungen, Zuverlässigkeit und gute Anschlüsse investiert werden, wovon auch der Oberaargau profitiert.
Autobahnausbau
Befürworten Sie den geplanten Ausbau der Autobahn A1/A6 bei Bern (u.a. Bypass Bern Ost, Anschluss Wankdorf, Spurausbau Wankdorf-Schönbühl)?
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Der Ausbau löst die Verkehrsprobleme rund um Bern nur kurzfristig und erzeugt langfristig zusätzlichen Verkehr. Vorrang sollen intelligente Verkehrssteuerung, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und gezielte Engpassbeseitigungen haben, statt grossflächiger Autobahnerweiterungen mit hohen Kosten und Umweltfolgen.
Ausbau Langsamverkehr
Soll im Kanton Bern die Infrastruktur für den Langsamverkehr (z.B. Velowege) schneller ausgebaut werden?
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Ein schnellerer Ausbau der Veloinfrastruktur erhöht die Sicherheit, entlastet den Verkehr und fördert umweltfreundliche Mobilität. Wichtig ist eine gute Abstimmung zwischen Stadt und Land, damit auch Alltagswege im Oberaargau sicher und attraktiv werden.
Verbot Tempo 30
Befürworten Sie ein Verbot von Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen innerorts?
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Ein generelles Verbot von Tempo 30 schränkt den Handlungsspielraum der Gemeinden unnötig ein. Tempo 30 kann dort sinnvoll sein, wo Sicherheit, Lärmschutz oder Lebensqualität es erfordern; die Entscheidung soll situationsgerecht und faktenbasiert vor Ort getroffen werden.
Politisches System & Digitalisierung
Digitale Kantonsverwaltung
Soll der Kanton dazu übergehen, seine Dienstleistungen nur noch digital anzubieten ("Digital-Only"-Prinzip)?
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Digitale Angebote sollen konsequent ausgebaut werden, dürfen aber analoge Zugänge nicht ersetzen. Gerade ältere Menschen und Personen ohne ausreichende digitale Kompetenzen wären benachteiligt; der Service public muss für alle zugänglich bleiben.
Digitale Unterschriftensammlung
Soll sich der Kanton für die Einführung von E-Collecting einsetzen (digitale Unterschriftensammlung für Volksinitiativen und Referenden)?
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E-Collecting kann die demokratische Beteiligung erleichtern und zeitgemäss ergänzen. Wichtig sind hohe Sicherheitsstandards, Transparenz und klare Regeln, damit Vertrauen, Datenschutz und die Qualität der direkten Demokratie gewahrt bleiben.
Ausbau Entwicklungszusammenarbeit
Soll der Kanton Bern sein finanzielles Engagement bei der Entwicklungszusammenarbeit ausbauen?
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Entwicklungszusammenarbeit trägt zur Armutsbekämpfung, Stabilität und Prävention von Fluchtursachen bei. Ein moderater Ausbau ist sinnvoll, wenn die Mittel gezielt, wirksam und transparent eingesetzt werden und im Einklang mit den finanziellen Möglichkeiten des Kantons stehen.
Strikte Neutralitätspolitik
Soll die Schweiz ihre Neutralität strikter auslegen (Verzicht auf wirtschaftliche Sanktionen)?
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Eine zeitgemässe Neutralität schliesst die Teilnahme an internationalen Sanktionen gegen klare Völkerrechtsverletzungen nicht aus. Die Schweiz muss ihre Werte, die internationale Ordnung und das Recht verteidigen, statt Neutralität als politischen Rückzug zu missverstehen.
Sicherheit & Polizei
Ausbau Videoüberwachung
Befürworten Sie einen Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Raum?
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Videoüberwachung kann punktuell zur Sicherheit beitragen, darf aber nicht flächendeckend auf Kosten von Datenschutz und persönlicher Freiheit ausgebaut werden. Sinnvoller sind gezielte Einsätze an klar definierten Brennpunkten, kombiniert mit Prävention und Präsenz vor Ort.
Polizeidienst für Ausländer/-innen
Im Kanton Bern ist für den Polizeidienst die Schweizer Staatsangehörigkeit erforderlich. Sollen in Zukunft auch Ausländer/-innen mit C-Niederlassungsbewilligung zugelassen werden?
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Gut integrierte Personen mit C-Bewilligung können die Polizei personell stärken und die gesellschaftliche Vielfalt besser abbilden. Voraussetzung sind sehr hohe Anforderungen an Ausbildung, Sprachkenntnisse, Loyalität zum Rechtsstaat und eine sorgfältige Auswahl.
Verschärfter Umgang mit Demonstrationen
Soll der Umgang mit Demonstrationen verschärft werden (Verschärfung Bewilligungspflicht, härteres Durchgreifen der Polizei bei unbewilligten Demonstrationen, konsequentere Verrechnung von Polizeikosten)?
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Das Demonstrationsrecht ist ein zentrales Grundrecht und Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Missbräuche und Gewalt müssen klar geahndet werden, doch pauschale Verschärfungen würden legitimen Protest unnötig einschränken; entscheidend sind verhältnismässiges Vorgehen und konsequente Anwendung des bestehenden Rechts.
Nationalität in Polizeimeldungen
Soll im Kanton Bern in Polizeimeldungen standardmässig die Nationalität von Tatverdächtigen genannt werden?
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Die Nationalität ist für das Verständnis einer Tat in der Regel nicht relevant und kann Vorurteile schüren. Entscheidend sind Transparenz, sachliche Information und Rechtsstaatlichkeit; Angaben zur Herkunft sollen nur gemacht werden, wenn sie für den konkreten Fall tatsächlich von Bedeutung sind.
Erhöhte Polizeipräsenz
Befürworten Sie eine stärkere sichtbare Präsenz der Polizei?
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Eine sichtbare Polizeipräsenz kann das Sicherheitsgefühl stärken und präventiv wirken. Wichtig ist, dass sie bürgernah, deeskalierend und gut in die Quartiere eingebettet erfolgt, nicht als reine Machtdemonstration.
Werthaltungen
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Commentari
Eine freie Marktwirtschaft schafft Wohlstand und Innovation, profitiert aber nicht automatisch allen gleich. Damit sie langfristig breit wirkt, braucht es klare Regeln, sozialen Ausgleich und einen starken Service public, damit auch schwächere Gruppen und ländliche Regionen wie der Oberaargau mitgenommen werden.
Vollzeit-Kinderbetreuung
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Für ein Kind ist es am besten, wenn ein Elternteil Vollzeit für die Kinderbetreuung zu Hause bleibt."
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
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Commentari
Entscheidend für das Kindeswohl ist nicht ein bestimmtes Familienmodell, sondern stabile Beziehungen, Zeit und Qualität der Betreuung. Familien sollen frei wählen können, wie sie Betreuung und Erwerbsarbeit organisieren – Staat und Gesellschaft sollen sie dabei unterstützen, nicht bevormunden.
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
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Commentari
Sanktionen sind notwendig, doch langfristige Sicherheit entsteht vor allem durch erfolgreiche Wiedereingliederung. Wer Rückfälle verhindert, schützt die Gesellschaft nachhaltiger, als wenn man ausschliesslich auf harte Strafen setzt.
Umweltschutz
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zu Lasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
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Commentari
Umwelt- und Klimaschutz sind unerlässlich, um Lebensgrundlagen und Wohlstand langfristig zu sichern. Ziel muss jedoch sein, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung möglichst zu verbinden, statt sie gegeneinander auszuspielen.
Commentari
Gemeinnütziger Wohnungsbau hilft, bezahlbaren Wohnraum zu sichern und den Druck auf ältere Menschen zu reduzieren. Wichtig ist jedoch, dass die Förderung gezielt erfolgt, regionalen Bedürfnissen - auch im Oberaargau - Rechnung trägt und private Investitionen nicht verdrängt.