Timo Junger
Sozialdemokratische Partei | 02 27.5
Sozialstaat & Familie
Erhöhung Rentenalter
Befürworten Sie eine Erhöhung des Rentenalters (z.B. auf 67 Jahre) für Frauen und Männer?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Einführung Elternzeit
Befürworten Sie die Einführung einer Elternzeit von 18 Wochen für beide Elternteile?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Für junge Familien ist es extrem wertvoll, wenn beide Elternteile gleichberechtigt Zeit mit dem Kind verbringen dürfen. Durch einen reinen Mutterschaftsurlaub werden veraltete Rollenbilder reproduziert und der Weg zur faktischen Gleichstellung der Geschlechter wird erschwert.
Förderung Kinderbetreuung
Soll die Stadt Thun das Betreuungsangebot für Kinder stärker fördern (z.B. höhere Betreuungsgutscheine, bessere Bezahlung der Betreuer/-innen, angepasste Betreuungsschlüssel)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Für die Entwicklung und Chancengleichheit der Kinder, für die gleichstellung der Geschlechter sowie für Familien mit tiefem Einkommen wäre dies eindeutig ein wertvoller Schritt in die richtige Richtung.
Verbesserung Arbeitsbedingungen Pflege
Soll sich die Stadt Thun für bessere Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals (z.B. Spital Thun, Spitex) einsetzen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Applaus reicht nicht. Das Pflegepersonal leistet schwierige und gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit. Es ist selbstverständlich, dass Pflegekräfte bessere Arbeitsbedingungen verdienen und dass sich die Stadt Thun hierfür einsetzen muss.
Bildung & Schule
Integrative Schule
Gemäss dem Konzept der integrativen Schule werden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen grundsätzlich in regulären Schulklassen unterrichtet. Befürworten Sie dies?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die integrative Schule bring viele Vorteile mit sich. Wichtig ist allerdings, dass sie keine versteckte Sparmassnahme darstellt und dass Schüler:innen und Lehrpersonen kompetent und hinreichend unterstützt werden.
Unterstützung schwacher Schüler/-innen
Soll die Stadt Thun schwache Schüler/-innen stärker unterstützen (z.B. Unterstützungsangebote durch Sozialpädagog/-innen, Gutscheine für Nachhilfe-/Förderunterricht)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Selbstverständlich. Solche Angebote sind ein elementarer Bestandteil der Chancengleichheit in der Bildung.
Religiöse Dispense an Schulen
Finden Sie es richtig, wenn Schulen Dispense aus religiösen Gründen für einzelne Fächer oder Veranstaltungen bewilligen (z.B. Turn-/Schwimmunterricht, Schullager oder Sexualkundeunterricht)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Alle Schüler:innen haben dasselbe Recht auf gute und umfassende Bildung. Einzelfälle sollen aber nicht auf dem Rücken der Kinder zum Politikum werden und müssen mit der nötigen Sorgfalt behandelt werden.
Abschaffung Spez-Sek
Sollen die speziellen Sekundarklassen ("Spez-Sek") in Thun abgeschafft werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der (denkbar knappe) Entscheid des Stadtrats für den Fortbestand ist zu akzeptieren. Dennoch: Eine Abschaffung hätte die Chancengleichheit bezüglich Zugang ans Gymnasium erhöht und hätte den Schüler:innen zusätzliche Klassen- oder gar Schulhauswechsel erspart. Zudem haben die beiden Stufen heute schon denselben Lehrplan; und dieser bietet viel Raum für individuelle Förderung.
Migration & Integration
Integrationsförderung Ausländer/-innen
Soll die Stadt Thun Ausländer/-innen bei der Integration stärker unterstützen (z.B. ausgebaute Sprachförderung, zusätzliche Sozialarbeiter/-innen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Den Begriff "Integration" halte ich für problematisch. Er sugeriert eine einheitliche Schweizer Kultur, die den Massstab für sozial akzeptables Verhalten darstellen soll. Die Unterstützung durch Sprachförderung und Sozialarbeiter:innen ist hingegen klar zu befürworten.
Aufnahme Geflüchteter
Soll die Stadt Thun freiwillig mehr geflüchtete Personen aus Konfliktgebieten aufnehmen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Thun hat die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten und muss diese einsetzen, zumindest solange der Bund und der Kanton Bern nicht genug leisten. Angesichts von humanitären Notlagen haben reiche Länder eine Pflicht, zu helfen.
Stimmrecht für Ausländer/-innen
Sollen Ausländer/-innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene erhalten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Auf jeden Fall. Wer fester Teil unserer Gesellschaft ist und deren Gesetze zu befolgen hat, soll diese auch mitgestalten dürfen.
Erhöhung Einbürgerungsanforderungen
Sollen die Anforderungen bei Einbürgerungen, insbesondere hinsichtlich Deutschkenntnissen und gesellschaftlicher Integration, erhöht werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die aktuellen Anforderungen sind mehr als streng genug.
Kündigung Schengen-Abkommen
Soll die Schweiz das Schengen-Abkommen mit der EU kündigen und wieder verstärkte Personenkontrollen direkt an der Grenze einführen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Abschottung und Xenophobie bringen uns keinen Schritt weiter. Die Ausweitung und Vertiefung internationaler Zusammenarbeit muss das Ziel sein.
Gesellschaft, Kultur & Ethik
Legalisierung Cannabis
Soll der Konsum von Cannabis legalisiert werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja, die Entkriminalisierung muss auf jeden Fall das Ziel sein. Die aktuelle Kriminalisierung führt zu Stigmatisierung und unsicherem Konsum und hat kaum eine präventive Wirkung, was in niemandes Interesse sein kann. Ich befürworte eine Legalisierung ab 18 Jahren, die idealerweise von angemessenen Kampagnen zu sicherem und verantworungsvollem Konsum begleitet wird.
Meldestelle Diskriminierung
Sind Sie für die Schaffung einer städtischen Meldestelle für Diskriminierungen jeglicher Art (u.a. Sexismus, Rassismus, Ableismus/Behindertenfeindlichkeit)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Selbstverständlich. Wichtig ist dabei, dass die Meldestelle vertraulich ist und Anonymität gewährleisten kann. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Meldestelle über die nötigen Kompetenzen und Befugnisse verfügt, um angemessen auf die Anträge zu reagieren.
Ausbau mediterrane Nächte
In Thun finden seit einigen Jahren "mediterrane Nächte" statt, bei denen Betriebe an sieben Wochenenden im Sommer bis um 1:30 Uhr geöffnet haben dürfen. Soll die Anzahl Wochenenden auf 14 verdoppelt werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Die mediterranen Nächte sind eine Bereicherung für das Thuner Nachtleben.
Mietzinserlass Kulturzentrum Akut
Soll das Alternative Kulturzentrum Thun (Akut) weiterhin von einem Mietzinserlass profitieren?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das Akut trägt stark zur kulturellen Vielfalt in der Stadt Thun bei. Als nichtgewinnorientiertes Kultur- und Politzentrum bietet es eine wertvolle Alternative zum restlichen kulturellen Angebot in der Stadt.
Erhöhung Kulturförderung
Sollen die finanziellen Beiträge der Stadt Thun für Kulturförderung erhöht werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Wobei auch alternative Kulturformen angemessen gefördert werden sollen.
Finanzen & Steuern
Steuersenkungen
Befürworten Sie Steuersenkungen für natürliche Personen in den nächsten vier Jahren?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Nein, ein guter Service Public ist essenziell für eine gut funktionierende und sozial gerechte Gesellschaft - und dieser erfordert Steuern. Für Menschen mit sehr tiefen Einkommen wären steuerliche Entlastungen jedoch angemessen.
Individualbesteuerung
Sollen Ehepaare getrennt als Einzelpersonen besteuert werden (Individualbesteuerung)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Konkrete Vorschläge zur Individualbesteuerung sind genau zu prüfen. Grundsätzlich kann Individualbesteuerung aber ein wichtiges Mittel zur Gleichstellung der Geschlechter darstellen. Allfällige Steuerverluste müssen sozial gerecht gegenfinanziert werden.
Senkung Liegenschaftssteuer
Befürworten Sie eine Senkung der Liegenschaftssteuer in Thun (von 1.2‰ auf 1‰ des amtlichen Grundstückwerts)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Eine Senkung der Liegenschaftssteuer halte ich (anders als die SVP Thun) nicht für "fair". Wenn Liegenschaften im Zuge von Neubewertungen (wie im Jahr 2020) als teurer bewertet werden, scheint es in meinen Augen angemessen zu sein, wenn entsprechend auch die darauf zu bezahlenden Steuern steigen.
Erhöhung Steuerabzug Kinderbetreuung
Befürworten Sie die auf kantonaler Ebene vorgeschlagene Erhöhung des Steuerabzugs für externe Kinderbetreuung?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Von der Erhöhung auf bis 16'000 CHF profitieren in erster Linie Familien mit sehr hohem Einkommen. Der Ansatz der Kita-Initiative erscheint mir sinnvoller; niemand soll mehr als 10% des Einkommens für die familienergänzende Kinderbetreuung ausgeben müssen.
Wirtschaft & Arbeit
Einführung Mindestlohn
Befürworten Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden gültigen Mindestlohnes von CHF 4'000 für eine Vollzeitstelle?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Selbstversändlich. Faire Löhe sind ein Grundstein für soziale Gerechtigkeit. Allerdings: Die Forderung von 4'000 CHF liegt schon seit einigen Jahren auf dem Tisch; durch die aktuelle Teuerung dürfte auch mehr gefordert werden.
Liberalisierung Geschäftsöffnungszeiten
Befürworten Sie eine vollständige Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten (Festlegung nach freiem Ermessen unter Berücksichtigung des Arbeitsgesetzes)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die Arbeitszeiten im Verkauf sind jetzt bereits sehr anspruchsvoll - und das bei schlechtem Lohn und ohne Gesamtarbeitsvertrag. Zudem sehe ich den gesellschaftlichen Vorteil von noch längeren Öffnungszeiten nicht.
Lohngleichheit bei öffentlichen Aufträgen
Soll die Stadt Thun öffentliche Aufträge nur an Unternehmen vergeben, welche die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern gewährleisten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Selbstverständlich. Dabei muss zudem genau geprüft werden, was als "Gewährleistung" zählt und wie diese zu kontrollieren ist.
Zwischennutzung leerstehender Räume
Sollten Ihrer Meinung nach leerstehende Räume vermehrt zwischengenutzt werden können, beispielsweise durch Pop-Up-Betriebe?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Solche Zwischennutzungen machen die Stadt lebendig.
Freihandelsabkommen statt Bilaterale
Soll die Schweiz die bilateralen Verträge mit der EU durch ein Freihandelsabkommen ersetzen (nach dem Vorbild des Brexit-Abkommens zwischen Grossbritannien und der EU)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das wäre wohl die schlechteste aller Optionen; Freiheit für das Kapital aber keine politische Mitbestimmung.
Raumplanung
Förderung preisgünstiger Wohnraum
Soll die Stadt Thun vermehrt gemeinnützigen und preisgünstigen Wohnraum fördern?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. In Thun gibt es durch den tiefen Bestand an leeren Wohnungen einen starken Druck auf die Mietpreise. Mehr Wohnraum zur sogenannten Kostenmiete ist ein gutes Mittel, um das Wohnen in Thun für alle attraktiv und bezahlbar zu machen. Eine aktive Förderung durch die Stadt ist notwendig, um den Abwärtstrend des Anteils an gemeinnützigen Bauträgern zu stoppen. Siehe dazu die Wohn-Initiative und die Bostudenzelg-Initiative.
Ausbau Grünflächen und Erholungsräume
Soll die Stadt Thun mehr Grünflächen und Erholungsräume innerhalb der Stadt schaffen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Das Leben in der Stadt soll attraktiv sein. Hierzu gehören auch Grünflächen und Erholungsräume. Diese müssen dabei nicht im Widerspruch zu verdichtetem Bauen stehen. Beispielsweise können Parkplätze abgeschafft oder Strassen beruhigt und zu Begegungszonen umgestaltet werden. Was wo genau möglich ist, muss dabei von Fall zu Fall beurteilt werden.
Verdichtung
Sind Sie für eine weitere Verdichtung der bestehenden Siedlungszonen (z.B. verdichtete Überbauungen, höhere Gebäude)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Verdichtetes Bauen ist aus verschiedenen Gründen nachhaltiger. Dabei ist jedoch wichtig, dass verdichtetes Bauen nicht im Widerspruch zu städtischen Grünflächen und Erholungsräumen steht (siehe Frage 7.2). Auch soll Gentrifizierung als soziales Problem stets mitberücksichtigt werden.
Energie & Umwelt
Klimaschutz durch Anreize
Soll die Stadt Thun bei den Klimaschutzmassnahmen vollständig auf Anreize und Zielvereinbarungen setzen, statt auf Verbote und Einschränkungen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Es braucht beides. Bloss auf Anreize zu setzen ist aber illusorisch und spielt oft den Falschen in die Hände. Verbote können auch sehr effektive Innovationstreiber sein.
Verzicht fossile Energien bis 2050
Soll in Thun auf die Verwendung fossiler Energieträger (u.a. Öl und Gas) bis spätestens 2050 verzichtet werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das muss auf jeden Fall das (Minimal-) Ziel sein. Die CO2-Neutralität soll bis dann aber ohnehin in der ganzen Schweiz realisiert sein.
Förderung erneuerbare Energien
Soll die Stadt Thun die Nutzung von erneuerbaren Energien (z.B. Geothermie, Solarenergie) finanziell stärker fördern?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Hier sind die konkreten Vorschläge genau zu prüfen, damit nicht Personen mit sehr hohen Einkommen und Vermögen überproportional profitieren. Die Förderung erneuerbarar Energien ist grundsätzlich aber selbstverständlich zu fördern.
Photovoltaikpflicht Neubauten
Sollen auf allen Neubauten in der Stadt Thun verpflichtend Photovoltaik-Anlagen (Solarstrom) installiert werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Das kürzlich im Nationalrat verabschiedete Gesetz wurde leider verwässert und verlangt eine Solarpflicht erst ab einer Grundfläche von 300m2. Neubauten ohne Photovoltaik-Anlagen sind in Zeiten einer globalen Klimakrise sehr irritierend.
Aufhebung AKW-Bauverbot
Soll das Bauverbot von neuen Atomkraftwerken in der Schweiz aufgehoben werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Erneuerbare Energiequellen müssen die Zukunft sein. Sie sind sicherer, machen uns weniger abhängig vom Ausland und sind gleichzeitig auch billiger.
Verkehr & Infrastruktur
Ausbau Langsamverkehr
Soll in der Stadt Thun die Infrastruktur für den Langsamverkehr (z.B. Velowege) ausgebaut werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ja. Langsamverkehr ist leiser, braucht weniger Platz, ist gesünder und auch billiger. Topographisch bedingt hat Thun zudem ein riesiges Potential, um zu einer Velostadt zu werden. Auch im Bereich der Verkehrssicherheit für Velofaher:innen gibt es in Thun Ausbaubedarf.
Förderung motorisierter Individualverkehr
Braucht es in der Stadt Thun zusätzliche Massnahmen zugunsten des motorisierten Individualverkehrs (z.B. Umfahrungsstrassen, Busbuchten, Abbau von Verkehrsbeschränkungen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Investitionen in neue Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr sind grösstenteils nicht mehr zeitgemäss. Wir müssen uns endlich von dem vorherrschenden Auto-Paradigma befreien.
Autofreie Sonntage
Sind Sie dafür, in der Stadt Thun an vier Sonntagen pro Jahr auf motorisierten Individualverkehr zu verzichten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Autofreie Sonntage können eine grosse kulturelle Bereicherung sein. Zudem setzen sie alternative Verkehrsformen in den Fokus.
Allgemeine Tempo 30-Limite
Befürworten Sie eine allgemeine Tempo 30-Limite innerorts?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
In manchen Einzelfällen ist eine genaue Prüfung sinnvoll, grundsätzlich ist Tempo 30 aber definitiv zu bevorzugen. Tempo 30 ist leiser, sicherer, umweltfreundlicher und führt in Städten häufig auch zu einem besseren Verkehrsfluss.
Förderung öffentlicher Verkehr
Sollte die Stadt Thun die Benützung des öffentlichen Verkehrs stärker fördern (Subventionierung von Abonnements, Verdichtung des Netzes, Erhöhung der Frequenz)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die Subventionierung der Abonnements, insbesondere für Menschen und Familien mit tiefem Einkommen, ist auf jeden Fall sinnvoll. Die Verdichtung und Erhöhung des Angebots ist von Fall zu Fall zu beurteilen. Einerseits soll sich das Angebot am Bedarf richten, andererseits hat eine Verbesserung des Angebots auch eine Signalwirkung und kann dazu führen, dass Menschen eher auf das Auto verzichten.
Politisches System & Digitalisierung
Offenlegung Parteienfinanzierung
Soll die Finanzierung von Parteien sowie von Wahl- und Abstimmungskampagnen in Thun offengelegt werden müssen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Transparenz ist ein zentraler Bestandteil einer guten Demokratie. Geld impliziert politische Macht - und es gilt, diese für alle sichtbar zu machen.
Ausbau 5G-Mobilfunknetz
Sind Sie für den flächendeckenden Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes im Kanton Bern?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Wichtig ist dabei aber, dass genau geprüft wird, wer die Infrastruktur bereitstellen darf. Eine vielfache Abdeckung erachte ich nicht als sinnvoll.
Sicherheit & Polizei
Ausbau Polizeipräsenz
Soll die Polizeipräsenz in der Stadt Thun ausgebaut werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Nein. Wobei ich die Polizei privaten Sicherheitsdiensten vorziehe.
Ausbau Videoüberwachung
Würden Sie einen Ausbau der Videoüberwachung (z.B. an Bahnhöfen, Schulen, Unterführungen) begrüssen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die aktuelle Abdekung von Videoüberwachung ist mehr als gross genug. Ständige Überwachung halte ich für eine äusserst unangenehme Vorstellung. Videoüberwachung an Schulen halte ich zudem ganz entschieden für ein grosses No-Go.
Bekämpfung Sachbeschädigungen
Sollen Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum (Vandalismus, Sprayereien) konsequenter verfolgt und härter bestraft werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Ich bezweifle stark, dass dies den von den Befürworter:innen gewünschten Effekt hätte.
Bekämpfung Littering
Soll in der Stadt Thun mehr gegen das Liegenlassen von Abfall (Littering) unternommen werden (z.B. höhere Bussen, mehr Kontrollen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Littering ist doof und uncool. Aber auch hier bezweifle ich, dass Bussen das Problem lösen können. Präventionskampagnen, genügend Abfalleimer und Recycling-Möglichkeiten sowie weniger Einwegverpackungen scheinen der sinnvollere Weg zu sein.
Strikte Neutralitätspolitik
Soll die Schweiz im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine auf Sanktionen verzichten (strikte Auslegung der Neutralität)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Mit strikter Auslegung hat das aus meiner Sicht gar nichts zu tun. Ein Neutralitätsbegriff, der einen zwingt, einem Angriffskrieg tatenlos zuzusehen, ist in meinen Augen gar nicht erst ein sinnvoller Neutralitätsbegriff.
Werthaltungen
Staatliche Sicherheitsmassnahmen
Wie beurteilen Sie diese Aussage: "Wer sich nichts zuschulden kommen lässt, hat von staatlichen Sicherheitsmassnahmen nichts zu befürchten."
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Kommentar
Die Aussage ist durch zahlreiche Gegenbeispiele eindeutig empirisch widerlegt. Racial Profiling beispielsweise ist unbestritten Realität und zeigt, dass Repression auch ohne Verschuldung eintreten kann.
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Kommentar
Befürworter:innen verweisen hier gerne auf die historische Entwicklung des gesellschaftlichen Wohlstands. Dieses Argument hat Schwächen: - Es müsste zunächst gezeigt werden, dass die positive Entwicklung einzig der freien Markwirtschaft zugeschrieben werden kann. - Aktuelle Entwicklungen im Spätkapitalismus der USA zeigen klar in eine andere Richtung (vgl. z.B. housing crisis, Lohndumping) - Profite, die erst Generationen später eintreten, sind eine schlechte Rechtfertigungsgrundlage.
Besteuerung Vermögende
Wie beurteilen Sie diese Aussage: "Vermögende sollten sich stärker an der Finanzierung des Staates beteiligen."
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Kommentar
Nachtrag zu Frage 12.2: Kritik am freien Markt ist keine linksextreme Verblendung. Sie lässt sich mit guten Argumenten rechtfertigen. Zu Frage 12.3: Vermögen, insbesondere Finanzkapital, ist in meinen Augen ein durch die Gesellschaft erschaffenes Gut. Geld nützt einem wenig ohne Gesellschaft. Steuern sind somit nicht Diebstahl an Eigentum, sondern gesellschaftlich gewollte Umverteilung, die ausufernder Ungleichheit und Marktversagen entgegenhalten soll.
Traditionelles Familienmodell
Wie beurteilen Sie diese Aussage: "Für ein Kind ist es am besten, wenn ein Elternteil Vollzeit für die Kinderbetreuung zu Hause bleibt."
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Kommentar
Kinder brauchen viele verschiedene Bezugspersonen. Die Aussage suggeriert zudem, dass Eltern, die beide berufstätig sein müssen oder Alleinerziehende die schlechteren Eltern sind. Das kann nicht sein. Bezahlbare Kitas müssen hier Teil der Lösung sein. Vgl. hierzu die Kita-Initiative.
Chancen der Digitalisierung
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die fortschreitende Digitalisierung bietet deutlich mehr Chancen als Risiken."
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Kommentar
Nachteile: Überwachung, Verkauf persönlicher Daten, Vulnerabilität von Institutionen, Konzentration von Macht auf wenige Individuen, Auswirkungen auf menschliche Psyche, Manipulation der Demokratie. Vorteile: Vernetzung, Zugang zu Informationen, Rede- und Versammlungsfreiheit, Reichweite, Automatisierung & Unterstützung. Weil die Aussage deutlich mehr Chancen postuliert, kann ich ihr nicht zustimmen. Es gilt, die Nachteile in den Griff zu bekommen, um die Vorteile auskosten zu können.
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie diese Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
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Kommentar
De facto sind der vergeltende, der präventive und der restaurative Aspekt von Strafe schwer voneinander zu trennen. Ein auf Vergeltung aufbauendes Strafrecht ist in meinen Augen aber klar abzulehnen. Prävention und Restauration müssen das Ziel sein.
Umweltschutz vor Wirtschaftswachstum
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zu Lasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
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Kommentar
Das Wachstumsparadigma ist grundsätzlich zu überdenken; wobei es möglicherweise Formen des Wachstums gibt, die der Umwelt nicht zur Last fallen. Dass allfälliges Wachstum aber stehts innerhalb planetarer Grenzen stattfinden soll, ist selbstverständlich. Unser Planet ist unser alle Lebensgrundlade. Wir sollten ihn erhalten und auch zukünftigen Generationen in gutem Zustand hinterlassen.
Kommentar
Die Konsequenz wäre, dass Menschen mit höheren Einkommen und Vermögen doch früher in Rente gehen können. Folglich müssten grösstenteils Menschen mit körperlich anstrengenden und oft schlechter bezahlten Berufen länger arbeiten. Das ist ungerecht. Abbauvorlagen in der AHV sind prinzipiell sehr kritisch zu beurteilen. Die AHV muss existenzsichernd sein und soll ein würdevolles Leben im Alter für alle ermöglichen.