Severin Studt
Grüne | 05.05
Sozialstaat, Familie & Gesundheit
Preisgünstiger Wohnraum
Soll der Kanton Graubünden zusätzliche Massnahmen ergreifen, um günstigen Wohnraum zu fördern (z. B. Verkaufsverbot kantonaler Liegenschaften, stärkere kantonale Eingriffe in den Immobilienmarkt)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Erhöhung Kinder- und Ausbildungszulagen
Aktuell betragen die Kinderzulagen CHF 240 und die Ausbildungszulagen CHF 290. Soll der Kanton Graubünden diese erhöhen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Das gesetzliche Minimum sind 215.- für Kinderzulage und 268.- für die Ausbildungszulage. GR ist im Mittelfeld. Es gibt Kantone, die weit höhere Kinder- und Ausbildungszulagen zahlen. Die höchsten Zulagen zahlt das Wallis: 322 Kinderzulage, ab dem 3. Kind 344.-. Die Ausbildungszulage ist im Wallis 360.-, ab dem 3. Kind 444.-. Einzelne Kantone haben auch Geburts- und Adoptionszulagen, was in GR fehlt. Die Geburtenrate in GR ist die zweittiefste der Schweiz, wir haben einen Sterbefallüberschuss.
Verschärfung Sozialhilfe
Befürworten Sie eine Verschärfung des Sozialhilfegesetzes (z. B. Begrenzung der Zulagen, tieferes Existenzminimum)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Man soll nicht bei den Schwächsten den Sparhebel ansetzen. Die Teilhabe ans gesellschaftliche Leben würde so verunmöglicht. Zudem sind auch viele Kinder von Sozialhilfe abhängig und bekanntlich ist der Weg aus der Armut sehr schwierig. Die Sozialhile deckt ja nur das soziale Existenzminimum ab und basiert auf die SKOS-Richtlinien. Werden Weisungen und Auflagen nicht eingehalten, können die Leistungen schon heute gekürzt werden.
Erhöhung Prämienverbilligung
Soll die Prämienverbilligung erhöht werden, sodass niemand mehr als 10 Prozent seines verfügbaren Einkommens für die Krankenversicherung bezahlen muss?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Die Prämienentlastungs-Initiative kam 2024 zur Abstimmung und wurde abgelehnt. Die Grünen haben die Initiative unterstützt, weil eine einkommensabhängige Entlastung nötig ist. Im Kanton Basel-Stadt hat das Parlament im 2025 entschieden, dass die Krankenkassenprämien nicht mehr als zehn Prozent des Haushaltseinkommens betragen sollen. Die Differenz muss vom Kanton bezahlt werden. Bürgerliche Parteien wollen hingegen mehr Steuerabzüge, davon profitieren aber v.a. Gutverdienende.
Stärkung kantonale Spitalplanung
Befürworten Sie eine stärkere Steuerung der Spitalplanung und Gesundheitsversorgung durch den Kanton (z. B. Konzentration der Gesundheitsleistungen)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Die finanziellen Schwierigkeiten der Regionalspitäler zeigt, dass es neue Wege in der Spitalplanung braucht. Die Regionen brauchen die Unterstützung des Kantons, darum muss der Kanton auch mitbestimmen und steuern können, wie die Spitalplanung aussieht. Es muss zudem in Richtung von regionalen Gesundheitsversorgungsregionen gehen. Erfolgreich umgesetzt wurde dies im Unterengadin.
Medizinische Grundversorgung Randregionen
Soll der Kanton mehr zur Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung in Randregionen unternehmen (z. B. durch die finanzielle Unterstützung von Hausarztpraxen)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Eine gute medizinische Grundversorgung muss für alle Menschen in allen Talschaften zugänglich sein. Damit das auch in Zukunft der Fall sein wird, braucht es hier finanzielle Unterstützung., sonst passiert in den peripheren Orten, was z.B. in Frankreich schon Tatsache ist: viele ländliche Regionen haben keinen Arzt/keine Ärztin mehr in ihrer Region.
Schule & Bildung
Integratives Schulmodell
Gemäss dem Konzept der integrativen Schule werden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen grundsätzlich in regulären Schulklassen unterrichtet. Befürworten Sie dies?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
«Integrative Schule» bedeutet, dass alle Schüler:innen das Schulgebäude teilen, aber nicht zwingend (immer) in der gleichen Klasse sein müssen, sondern entsprechend ihren Bedürfnissen gefördert werden, z.B. mit Unterstützung von Sozialpädagog:innen oder in kleineren Klassen. Wir GRÜNE unterstützen die integrative, statt separative Schule im Grundsatz. Selbstverständlich braucht es aber für die integrative Schule entsprechende Ressourcen für die Lehrerschaft.
Förderung gleiche Bildungschancen
Soll sich der Kanton stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z. B. mit Förderunterricht-Gutscheinen für Schüler/-innen aus Familien mit geringem Einkommen)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Bildungsgutscheine sind ein gutes Finanzierungsinstrument zur Förderung der Weiterbildungsteilnahme. Sie werden unter anderem eingesetzt, um Zielgruppen mit erschwertem Zugang zu Weiterbildung zu erreichen. Zudem können Bildungsgutscheine flexibel den verschiedenen Zielen und Vorgaben des Kantons angepasst werden. Heute nutzt Genf diese Möglichkeit. Die Grünen stehen für soziale Gerechtigkeit, dazu gehören auch gleiche Bildungsschancen.
Förderung Kinderbetreuung
Soll der Kanton Graubünden familienergänzende Betreuungsstrukturen finanziell stärker unterstützen (Tagesstätten, Tagesschulen, Mittagstische usw.)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Das Gesetz für die familienergänzende Betreuung wurde zwar revidiert und die Unterstützung verbessert. Es zeigt sich aber, dass diese Entlastung bei vielen gar nicht ankommt. Die tiefe Geburtenrate in GR zeigt deutlich, dass diese Massnahme wichtig ist, auch für die Chancengleichheit in der Arbeitswelt.
Beteiligung an Studiengebühren
Soll sich der Kanton mit mindestens 20 Prozent an den Studiengebühren der höheren Berufsbildung (HF) beteiligen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
In die Bildung investieren ist immer gut. Vergünstigungen sollten grundsätzlich aber nicht nach dem Giesskannenprinzip erfolgen, sondern nach Bedarf. Sinnvoller wären z.B. mehr und höhere Stipendien.
Migration & Integration
Stimmrecht für Ausländer/-innen
Sollen Ausländer/-innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das Stimm- und Wahlrecht auf Kantonsebene erhalten?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Auf kommunaler Ebene sollte es heute bereits selbstverständlich sein, dass interessierten ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Stimm- und Wahlrecht offensteht. Auf kantonaler Ebene sollte dies auf Antrag ebenfalls möglich sein, wenn ein entsprechendes Interesse vorhanden ist. Die Teilhabe aller Menschen, die bei uns leben, ist ein zentrales Anliegen der Grünen. Zudem stärkt politische Mitbestimmung die Integration und fördert das Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft.
Direkte Aufnahme von Geflüchteten
Soll sich der Kanton Graubünden dafür einsetzen, dass mehr Geflüchtete aus Lagern direkt vor Ort (z. B. Griechenland, Gaza) in die Schweiz aufgenommen werden (sogenannte Resettlement-Flüchtlinge)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Eine verstärkte Aufnahme von Resettlement-Flüchtlingen würde langfristige Probleme in die Schweiz verlagern, anstatt sie vor Ort nachhaltig zu lösen. Es besteht die Gefahr, dass dadurch zusätzliche soziale, wirtschaftliche und integrationspolitische Herausforderungen entstehen, die auf Dauer schwer zu bewältigen sind. Stattdessen sollte der Fokus darauf liegen, die Lebensbedingungen in den betroffenen Regionen direkt zu verbessern und Hilfe vor Ort gezielt auszubauen.
Integrationsförderung Ausländer/-innen
Soll der Kanton Graubünden Ausländer/-innen bei der Integration stärker unterstützen (z. B. ausgebaute Sprachförderung, zusätzliche Sozialarbeiter/-innen)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Das Angebot für die Sprachförderung ist in Graubünden gut. In anderen Angebotsbereichen für die gesellschaftliche Integration ist jedoch nach wie vor Handlungsbedarf. Eine gute Integration der Migrant:innen ist zentral und hilft uns, darum kann man hier nie zu viel investieren.
Verschärfung Einbürgerungsrecht
Soll das kantonale Einbürgerungsgesetz verschärft werden (z. B. höhere Sprachkenntnisse)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Gute Sprachkenntnisse und ein grundlegendes Verständnis der gesellschaftlichen Regeln sind zentrale Voraussetzungen für eine gelingende Integration. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass die Anforderungen nicht im Widerspruch zu einer erfolgreichen Integration stehen. Die Einbürgerungsverfahren sind bereits heute für viele anspruchsvoll, deshalb braucht es eine ausgewogene Lösung: klare Erwartungen, aber auch faire und realistische Bedingungen.
Begrenzung der Wohnbevölkerung
Befürworten Sie die nationale Volksinitiative, welche die ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz auf maximal 10 Millionen Menschen begrenzen will (Abstimmung vom 14. Juni 2026)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Zunahme der Wohnbevölkerung beschäftigt die Menschen. Der SVP-Ansatz mit einer starren Obergrenze ist aber der falsche Weg. Ansetzen muss man beim wirtschaftlichen Wachstum. Die Initiative würde die Wirtschaft und Gesellschaft hart treffen: uns würden Fachkräfte im Gesundheitsbereich, in der Gastronomie, auf dem Bau und in der Landwirtschaft fehlen.
Gesellschaft, Kultur & Ethik
Kontrollierte Kokainabgabe
Befürworten Sie eine Ausweitung der kontrollierten Drogenabgabe auf Kokain für Menschen mit schwerer Suchterkrankung im Kanton Graubünden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Generell müssen schwere Suchterkrankte unterstütz werden, da die Suchterkrankung eine Krankheit wie alle anderen ist. Die kontrollierte Drogenabgabe ist eine wichtige Massnahme, auch damit die Betroffenen nicht in die Kriminalität abrutschen. Die Fachwelt ist jedoch kritisch, ob die Abgabe bei einer 'aktiven' Droge wie Kokain gut funktiniert. Es gibt wenig Erfahrung damit.
Behördenverbot geschlechtsneutraler Sprache
Soll kantonalen Stellen (Behörden, Schulen) die Verwendung von geschlechtsneutraler Sprache mittels Genderstern oder ähnlichen Zeichen in der schriftlichen Kommunikation verboten werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Es braucht weder ein Verbot noch eine übergeordnete Regelung.
Ausbau Medienförderung
Befürworten Sie einen Ausbau der Medienförderung durch den Kanton (z. B. direkte Geldzahlungen an lokale Medien)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Eine Medienvielfalt und unabhängige Medien sind die Grundlage unserer direkten Demokratie. Da die Medien massiv unter Druck stehen, muss der Staat hier unterstützend eingreifen, sonst laufen wir Gefahr, dass Milliardäre und Tech-Oligarchen (space X, google und Meta) unsere Medien kontrollieren und die freie Meinungsbildung beeinflussen.
Kürzung Kulturförderung
Soll der Kanton die finanziellen Mittel für die Kulturförderung kürzen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Die Kulturförderung in GR wurde mit der Kulturstrategie verbessert. Eine Kürzung würde diesen Fortschritt wieder zunichtemachen, was wir ablehnen. Die kulturelle Vielfalt und Dreisprachigkeit in GR verpflichtet auch.
Vollständige Finanzierung Frauenhaus
Soll der Kanton die Finanzierung des Frauenhauses in Chur vollständig übernehmen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Es kann nicht sein, dass das Frauenhaus sich nicht auf seine Aufgabe konzentrieren kann, sondern Fundrasing betreiben muss, um diese wichtige Institution erhalten zu können. Häusliche Gewalt ist ein grosses Thema und eine gesellschaftliche Aufgabe. Der Kanton muss hier Verantwortung übernehmen. Natürlich können auch Gemeinden einen Beitrag leisten.
Finanzen & Steuern
Steuersenkungen
Befürworten Sie Steuersenkungen auf kantonaler Ebene in den nächsten vier Jahren?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Dem Kanton GR geht es finanziell zwar gut. Mit dem Wegfall des Eigenmietwertes werden dem Kanton GR aber Millionen fehlen. Ein Ersatz durch eine Besteuerung der Zweitwohnungen ist noch offen. Darum ist eine Steuersenkung in den nächsten 4 Jahren sicher nicht angebracht. Andernfalls würden uns Gelder für andere wichtige Aufgaben fehlen.
Steuer auf Zweitliegenschaften
Soll der Kanton Graubünden im Zuge der Abschaffung des Eigenmietwerts eine zusätzliche Steuer auf Zweitliegenschaften ermöglichen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Dem Kanton GR werden mit dem Wegfall des Eigenmitwertes Millionen fehlen, darum ist diese Ersatzsteuer wichtig. Diese Steuer kann auch eine Lenkungswirkung im Zweitwohnungsbereich haben. Für uns GRÜNE wäre wichtig, diese Steuer zweckgebunden für die Förderung von bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Wer sich eine Zweitwohnung leisten kann, kann sich diese Abgabe auch leisten.
Einfrierung Stellenbestand
Soll der Kanton Graubünden den Stellenbestand beim kantonalen Verwaltungspersonal einfrieren?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Es macht keinen Sinn eine starre Regelung einzuführen. Die Stellen müssen nach Bedarf geschaffen werden. Z.B. braucht es mehr Personal, um den Green Deal umzusetzen.
Steueranreize zur Erhöhung des Arbeitspensums
Soll die Erhöhung des Arbeitspensums durch zusätzliche Steueranreize gefördert werden (z. B. Abzüge bzw. Splitting für Vollzeitarbeit oder Förderung des Arbeitens nach Erreichen des Rentenalters)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Die Frage, ob eine Erhöhung des Arbeitspensums durch zusätzliche Steueranreize gefördert werden soll, ist Gegenstand aktueller wirtschafts- und sozialpolitischer Debatten. In vielen Berufen kann die Förderung von Vollzeitstellen auch kontraproduktiv sein, weil die Vereinbarkeit mit der Familie oder die mentale und körperliche Gesundheit beeinträchtigt werden können. Eine steuerliche Begünstigung von Vollzeitstellen würde damit zu neuen sozialen Ungerechtigkeiten führen.
Wirtschaft & Arbeit
Einführung Mindestlohn
Befürworten Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden gültigen kantonalen Mindestlohnes von CHF 4'200 für eine Vollzeitstelle (ca. CHF 24 pro Stunde)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Die Lebenskosten steigen, inbesondere die Kosten zum Wohnen und die Krankenkassen, darum ist dieser Mindestlohn gerechtfertigt. "Working poor" ist ein Thema in der Schweiz: In der Schweiz leben 300'000 Menschen in Haushalten, wo das Einkommen nicht ausreicht, obwohl sie erwerbstätig sind. Der Kanton Genf hat einen Mindestlohn von CHF 24.59 eingeführt. In anderen Kantonen wird die Einfürung thematisiert. In Bundesbern versucht das Parlament aktuell kantonale Mindestlöhne zu verbieten.
Kontrolle Lohngleichheit Frauen/Männer
Befürworten Sie eine strengere Kontrolle der Lohngleichheit von Frauen und Männern (z. B. bei Unternehmen, die kantonale Aufträge erhalten)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Bundesverfassung und Gleichstellungsgesetz verlangen die Lohngleichheit von Mann und Frau. Was vorgeschrieben ist, muss auch richtig kontrolliert werden, obwohl wir uns bewusst sind, dass diese Kontrollen nicht ganz einfach sind.
Service Public im ländlichen Raum
Soll der Kanton das Service-Public-Angebot (z. B. öffentlicher Verkehr, Verwaltungsdienstleistungen) insbesondere in ländlichen Gebieten stärker unterstützen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Starke Regionen sind wichtig, das ist aber nur möglich, wenn diese attraktiv bleiben. Dazu gehören ÖV, Post, eine medizinische Grundversorgung, Bildungsangebote usw, sonst sterben die Dörfer aus. Die dezentrale Besiedlung ist zudem ein Verfassungsauftrag.
Steueranreize für Ansiedlung neuer Firmen
Soll der Kanton Graubünden die Ansiedlung neuer Firmen im Kanton steuerlich unterstützen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Ansiedlung von KMU, von Clean Tech-Firmen ist wichtig und kann steuerlich begünstigt werden. Die steuerlichen Anreize sollten aber nach Nachhaltigkeitskriterien erfolgen. Solche Kriterien kennt der Kanton heute nicht.
Weniger Regulierungen für Unternehmen
Sollen Kanton und Gemeinden die Regulierungen und Auflagen für Unternehmen reduzieren (z. B. bei Bau- und Lärmvorschriften)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Unternehmen dürfen nicht auf Kosten der Lebensqualität geschäften.
Unterstützung Bergbahnen
Befürworten Sie eine stärkere finanzielle Unterstützung des Kantons zugunsten von kleineren und mittleren Bergbahnbetreibern?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Bei den Bergbahnen findet eine Strukturbereinigung statt, auch in Hinblick auf die Klimaerwärmung, die immer grössere Investitionen, insbesondere in Beschneiungsanlagen, erfordert. Wichtiger wäre eine Unterstützung von Skigebiete für die Transformation zu Ganzjahresangeboten.
Umwelt & Energie
Ökologische Auflagen Landwirtschaft
Soll der Kanton die ökologischen Anforderungen für verpachtete Landwirtschaftsflächen erhöhen (z. B. Verbot synthetischer Pestizide)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Der Kanton hat eine Biodiversitätsstrategie erlassen. Eine der Massnahmen sieht die Förderung von Biodiversitätsbetrieben vor. Da ist es eigentlich selbstverständlich, dass der Kanton auch bei den eigenen Landwirtschaftsflächen ansetzt. Ausserdem sind bereits 60% der Betriebe in Graubünden Bio-Betriebe. Es ist also an der Zeit, dass der Kanton hier mitzieht.
Lockerung Umwelt- und Landschaftsschutz
Finden Sie es richtig, dass für den Ausbau von erneuerbaren Energien die Vorschriften des Umwelt- und Landschaftsschutzes gelockert werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Der Ausbau von erneuerbaren Energien kann Hand in Hand mit dem Umwelt- und Landschaftschutz erfolgen. Solar auf den Dächern und auf Infrastrukturen hat das grösste Ausbaupotential und kann ohne eine Schwächung des Umwelt- und Landschaftsschutzes erfolgen. Windanlagen können ebenfalls am richtigen Ort und mit Massnahmen gegen den Vogelschlag ohne eine Lockerung des Umwelt- und Landschaftsschutzes errichtet werden. Bei der Wasserkraft geht es um die Einhaltung des Gewässerschutzgesetzes.
Ausbau Windkraft
Befürworten Sie den weiteren Ausbau von Windkraftwerken im Kanton?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Im Kantonalen Richtplan sind die Standorte für Windkraft ausgewiesen. Sofern die Standorte gut gewählt sind, spricht nichts gegen Windkraftanlagen.
Schutz Grossraubtiere
Soll der Kanton Graubünden den Schutz der Grossraubtiere (Wolf und Luchs) stärker gewichten (z. B. Reduktion der präventiven Wolfsabschüsse)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Präventive Wolfsabschüsse brauch es, auch um die Akzeptanz zu fördern. Der Kanton Graubünden muss aber auch die Interessen der Walderhaltung, heisst ein Gleichgewicht zwischen Wild und Wald, berücksichtigen. Wolf und Luchs spielen eine wichtige ökologische Funktion für die Regulierung der hohen Wildbestände. Dese ökologische Funktion wird heute bei den präventiven Wolfabschüssen leider nicht berücksichtigt.
Anreize statt Verbote in der Klimapolitik
Soll der Kanton zur Erreichung der Klimaziele grossmehrheitlich auf Anreize und Zielvereinbarungen statt auf Verbote und Einschränkungen setzen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Es braucht eine Mischung aller zielführenden Massnahmen, d.h. Anreize, aber auch Vorschriften. Z.B. wäre ein Verbot von neuen Ölheizungen zentral und ist auch in den neuen Mustervorschriften der Kantone vorgesehen. Aktuell werden aber v.a. Anreize und Förderungen von Politik und Bevölkerung akzeptiert. Neue Vorschriften und Verbote haben es eher schwer. Nichtsdestotrotz kann man diese nicht einfach ausser Acht lassen.
Förderung Biotope
Befürworten Sie, dass der Kanton Graubünden zusätzliche Mittel für den Erhalt von Biotopen nationaler Bedeutung, wie Hoch- und Flachmoore, Auen, Amphibienlaichgebiete und Trockenstandorte, bereitstellt?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Sämtliche Untersuchungen zeigen, dass die geschützten Biotope trotz Schutz ökologisch verarmen. Es fehlt an Geldern für den Unterhalt und die Renaturierung der ökologischen Hotspots wie Moore, Auen, Trockenstandorte, Amphibienlaichgebiete. Darum haben wir nach wie vor einen steigenden Artenverlust.
Verkehr & Raumplanung
Einschränkung Umwandlung Erst- in Zweitwohnungen
Befürworten Sie, dass der Kanton Graubünden die Umwandlung von altrechtlichen Erstwohnungen in Zweitwohnungen einschränkt?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum wird durch die Umwandlung von altrechtlichen Wohnungen in Zweitwohnungen noch verstärkt. Das zeigt auch der Bericht "Wohnungsmandel in GR?!" (2023) vom Wirtschaftsforum GR.
Verdichtetes Bauen
Befürworten Sie eine stärkere Verdichtung der bestehenden Siedlungszonen (z. B. verdichtete Überbauungen, höhere Gebäude)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Entwicklung gegen innen, d.h. die Verdichtung der Siedlungen ist Teil der Revision des Raumplanungsgesetzes. Mit der Verdichtung wird die Zersiedlung und damit der Kulturlandverlust gebremst. Die Verdichtung gegen innen muss aber intelligent erfolgen, damit die Lebensqualität erhalten werden kann (Grünanlagen, Freiflächen, Ökoquartiere, höhere Bauten etc.).
Ausbau Langsamverkehr
Befürworten Sie einen raschen Ausbau der Infrastruktur für den Langsamverkehr (z. B. Velowege) im Kanton Graubünden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Attraktive und sichere Velowege brauchen wenig Platz und fördern im Alltagsverkehr den Umstieg vom Auto aufs Velo.
Verbot Tempo 30
Befürworten Sie ein Verbot von Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen innerorts?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Tempo 30 ist wichtig für die Lärmsanierung von verkehrsintensiven Strassen und bringt mehr Sicherheit.
Förderung motorisierter Individualverkehr
Befürworten Sie zusätzliche Massnahmen zugunsten des motorisierten Individualverkehrs (z. B. Ausbau Isla-Bella-Tunnel, Kapazitätsausbau, Parkplätze)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten". Es ist hinlänglich bekannt, dass ein Ausbau des Strassenangebotes nur kurzfristige Entlastungen bringt. Der Autoverkehr braucht schon jetzt extrem viel Fläche. Der ÖV und Langsamverkehr hingegen braucht viel weniger und ist noch klimafreundlich. Wir müssen die Mobilität neu denken.
Politisches System & Digitalisierung
Digitale Kantonsverwaltung
Soll der Kanton dazu übergehen, seine Dienstleistungen nur noch digital anzubieten («Digital-Only»-Prinzip)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Mit einer kompletten Umstellung auf digitale Lösungen werden gewisse Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen und benachteiligt. Aber natürlich vereinfacht die Digitalisierung viele Prozesse.
Stimmrechtsalter 16
Soll das Stimmrechtsalter im Kanton Graubünden auf 16 Jahre gesenkt werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Das Stimmrechtsalter 16 verbessert die Teilhabe der jungen Bevölkerung und fördert ihre politische Verantwortung bei der Mitgestaltung der demokratischen Prozesse. Politische Entscheide, wie Bildung, Klima, Digitalisierung und Verkehr betreffen junge Menschen unmittelbar. Durch die Alterung der Gesellschaft steigt zudem der Anteil älterer Stimmberechtigter, die oft andere politische Prioritäten setzen als die junge Generation.
Ausbau Entwicklungszusammenarbeit
Soll der Kanton Graubünden sein finanzielles Engagement bei der Entwicklungszusammenarbeit ausbauen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Grundsätzlich soll auch der Kanton, subsidiär zum Bund, finanzielle Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit leisten. Schliesslich ist auch der Kanton von der Migration aus Entwicklungsländern betroffen.
Sprachminderheiten-Quote im Regierungsrat
Befürworten Sie eine Quote für die Sprachminderheiten im Regierungsrat?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Die Sprachenvielfalt ist uns wichtig. Ob die Regierung jetzt der richtige Ort für eine Sprachenquote ist, ist fraglich. Die sprachliche Vielfalt ist hingegen im Grossen Rat gegeben.
Sicherheit & Polizei
Ausbau Videoüberwachung
Befürworten Sie einen Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Raum?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
An den neuralgischen Orten gibt es bereits heute Videoüberwachungen. Untersuchungen und Experten sagen klar: mehr Videoüberwachung bringt nicht zwangsläufig mehr Sicherheit, und ihre präventive Wirkung ist begrenzt. Die Grünen lehnen digitale Massenüberwachung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz, die zur Vorverurteilung führen kann, ab. Noch ist eine automatische Gesichtserkennung im öffentlichen Raum nicht möglich. Der Druck in diese Richtung wird aber zunehmen.
Strengere Massnahmen bei polizeilicher Diskriminierung
Soll der Kanton Graubünden bei rassistischen oder sexistischen Äusserungen innerhalb der Polizei strengere Massnahmen ergreifen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Für Rassismus und Sexismus in den Polizeikorps gilt eine Nulltoleranz. Gerade der Vorfall mit rassistischen und sexistischen Äusserungen von Polizeianwärtern zeigt, dass es strenge Massnahmen bei der Polizei braucht. Der erwähnte Vorfall hatte übrigens keine Folgen für die Polizeianwärter aus Graubünden.
Erhöhte Polizeipräsenz
Befürworten Sie eine stärker sichtbare Präsenz der Polizei?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Mehr Polizeipräsenz kann zu mehr Sicherheit bzw. zu einem stärkeren Sicherheitsgefühl führen, jedoch mit der Gefahr von Racial Profiling und Polizeigewalt. Das Sicherheitsgefühl hängt stark von persönlichen Erfahrungen, Herkunft und Geschlecht ab.
Werthaltungen
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Comment
Die freie Marktwirtschaft hat sowohl positive Anreize für Individuen als auch erhebliche Risiken für die soziale Gerechtigkeit. Man redet deshalb von einer "korrigerten Marktwirtschaft", die den freien Wettbewerb mit staatlichen Eingriffen kombiniert, um soziale Gerechtigkeit zu gewährleistet.
Vollzeit-Kinderbetreuung
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Für ein Kind ist es am besten, wenn ein Elternteil Vollzeit für die Kinderbetreuung zu Hause bleibt."
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Comment
Kinderkrippen bieten besonders durch strukturierte Förderung, soziale Interaktion mit Gleichaltrigen und frühe Sprachbildung Vorteile für die Entwicklung. Besonders Kinder aus bildungsfernen Familien oder mit Förderbedarf profitieren von der frühen Betreuung, da sie soziale Rückstände aufholen können.
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
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Comment
Das kann man so pauschal nicht sagen. Es kommt natürlich auf die Straftat, Einsicht und auf das Alter drauf an. Die Wiedereingliederung von Straftätern (Resozialisierung) hat zum Ziel, straffällig gewordene Personen wieder in die Gesellschaft zu integrieren und sie zu einem straffreien Leben zu befähigen. Denn die meisten Straffälligen werden irgendwann aus der Haft entlassen.
Umweltschutz
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zu Lasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
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Comment
Die Wirtschaftsentwicklung auf Kosten der Umwelt hat uns riesige Probleme gebracht, wie die Klimaerwärmung, die Übernutzung der Ressourcen und der Biodiversitätsverlust. Die Grüne Wirtschaft (Green Economy) hingegen ist ein Wirtschaftsmodell, das ökologische Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und soziale Inklusion in den Fokus rückt, um Lebensqualität zu sichern.
Comment
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum insbesondere in Chur und in den Tourismuszentren spitzt sich immer mehr zu. Die Möglichkeiten, die der Kanton hat, um hier entschärfend einzuwirken, müssen genutzt werden. Umso mehr, als der Mangel an bezahlbarem Wohnraum auch noch den Fachkräftemangel verschärft.