Lese- und Interpretationshilfe zur neuen smartmap

Seit September 2011 wird die smartmap mit einer neuen Methode berechnet. Bisher wurden die Fragen durch das smartvote-Team den beiden vordefinierten Achsen zugeteilt, was subjektive Wertungen zur inhaltlichen Bedeutung und Zusammensetzung der Achsen nötig machte. Neu wird die smartmap anhand eines statistischen Modells (Korrespondenzanalyse) berechnet (vgl. separater Methodenbeschrieb). In die Berechnung der smartmap fliessen neu sämtliche smartvote-Fragen ein. Die subjektive Interpretation beschränkt sich auf die nachträgliche Benennung der berechneten Achsen (Dimensionen).

  • Die grundsätzliche Interpretation der smartmap bleibt gleich: Je näher die Punkte beieinander liegen, desto ähnlicher sind sich die politischen Profile der Kandidierenden.
  • Vergleiche mit anderen Wahlen: Nach wie vor gilt, dass smartmap-Darstellungen aus unterschiedlichen Wahlen nicht direkt miteinander verglichen werden können, da die smartmap bei jeder Wahl auf einer neuen Basis berechnet wird.
  • Darstellung der Distanzen: Unterschiede bei den politischen Profilen werden beim gewählten mathematischen Verfahren (gewichtete euklidische Distanzen) überproportional dargestellt, d.h. politische Differenzen werden in der smartmap optisch verdeutlicht.
  • Darstellung des politischen Raums: Bei der alten smartmap wurde ein fix vorgegebener politischer Raum mit zwei Achsen und einer Skala von -100 bis +100 verwendet. Die Kandidierenden wurden darin positioniert. Die neue Methode presst die Kandidierenden nicht mehr in ein fix vorgegebenes Raster. Die Kandidierenden werden anhand der sich effektiv ergebenden Unterschiede/Distanzen zwischen ihren politischen Profilen positioniert. Somit wird der Raum bei jeder Wahl jeweils neu aufgespannt und fällt einmal grösser und einmal kleiner aus. Diese Grösse des Raums ist aus der smartmap-Darstellung jedoch nicht direkt zu ersehen.
  • Die Mitte der Karte ist nicht die politische Mitte: Da der politische Raum kein fixes Raster mehr aufweist, kann die grafisch abgebildete Mitte nicht mit der politischen Mitte gleichgesetzt werden. Ein zahlreiches und homogen zusammengesetztes links-grünes Lager kann z.B. den Eindruck erwecken, dass die politische Mitte nach links gerutscht sei. Diese Interpretation wäre falsch. Die smartmap ist nicht geeignet, eine politische Mitteposition zu ermitteln. Sie kann keine absoluten Positionen darstellen, sondern nur Positionen und Distanzen von Kandidierenden in Relation zu Positionen anderer Kandidierenden. Aus diesem Grund wurde darauf verzichtet, die Mitte der Karte speziell zu kennzeichnen.

Methodenbeschreibung (pdf)

Bern, 12.09.2011

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